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14.10.16 / Männer

Pflichtaufgaben für das Spitzentrio

Das punktgleiche Spitzentrio der Bundesliga hat am Wochenende vor eigenem Publikum vermeintlich lösbare Aufgaben zu bewältigen. Während Tabellenführer KTV Straubenhardt (gegen die KTV Obere Lahn) und TG Saar (gegen Siegerländer KV) gegen die beiden Tabellenvierten antreten, hofft der Drittplazierte MTV Stuttgart gegen Schlusslicht TSV Monheim darauf, den ein oder anderen Gerätpunkt im Kampf um den Finaleinzug zusätzlich zu sammeln und vielleicht den Sprung auf Tabellenplatz zwei zu schaffen.

«Unser Fokus liegt in diesem Jahr klar auf dem 'kleinen Finale'. Aber wenn es mehr wird, sind wir natürlich auch nicht böse», sagt Claudia Krimmer vom MTV Stuttgart. Allerdings müssen die Schwaben bei der Punktejagd voraussichtlich auf Steve Woitalla verzichten. «Er hatte sich letzte Woche beim Einturnen am Sprung verletzt, die genaue Diagnose steht allerdings noch aus. Aber wir sehen uns dennoch am Samstag als Favoriten», glaubt Krimmer.

Beim Gegner TSV Monheim hat man ganz andere Sorgen. Ein grippaler Infekt bremste in den vergangenen Tagen und Wochen mindestens drei Turner aus. «Die haben nicht ganz so viel trainieren können. Deswegen wird das sicher ein schwerer Gang werden in Stuttgart», befürchtet Mario Reichert, der in der baden-württembergischen Landeshauptstadt «wohl den ein oder anderen an die Geräte schicken muss, der dafür eigentlich nicht vorgesehen war.»

Hochstimmung herrscht bei Tabellenführer KTV Straubenhardt vor dem Duell gegen die KTV Obere Lahn: Top-Star Marcel Nguyen hat seinen Vertrag bei den Schwarzwäldern bis Ende 2018 verlängert. Der zweifache Silbermedaillengewinner der Olympischen Spiele von London bestreitet derzeit seine siebte Saison bei der KTV. Gleich dreimal (2009, 2011 und 2015) feierte er mit den Badenern schon die Deutsche Mannschaftsmeisterschaft. «Bei der KTV Straubenhardt fühle ich mich einfach richtig wohl. Das Team und das Umfeld ist mehr als eine zweite Heimat für mich geworden. Ich freue mich auf weitere erfolgreiche Jahre und hoffe bereits in der laufenden Saison an die Erfolge aus dem Vorjahr anknüpfen zu können», erklärte Nguyen.

KTV-Coach Dirk Walterspacher kann auf diesem Weg am Samstag allerdings nur eingeschränkt auf Anton Fokin (Ellenbogenprobleme) und Nils Dunkel (Schulterprobleme) zurückgreifen. Größere Sorgenfalten treibt ihm das allerdings nicht auf die Stirn. «Wir turnen unseren Stiefel. Da ist mir egal, was die KTV Obere Lahn macht. Die Taktik wird vorher bestimmt und die ziehen wir auch durch. Und dann gewinnen wir hoffentlich auch damit», sagte er mit dem Selbstbewusstsein des amtierenden Meisters.

Das sieht man auch bei der KTV Obere Lahn ähnlich, große Illusionen macht man sich beim Club von Fabian Hambüchen jedenfalls nicht. Zumal der Olympiasieger selbst noch nicht mit von der Partie sein wird. «Wir haben beim Tabellenführer in Straubenhardt mit Sicherheit nichts auszurichten. Dementsprechend haben wir gesagt, dass die, die morgen da turnen, gerne auch mal etwas probieren dürfen, was sie bisher noch nicht in ihren Übungen gezeigt haben. Natürlich werden wir versuchen, das in jedem Fall sportlich vernünftig hinzukriegen und wir werden auch dagegen halten, sollte es hier oder da tatsächlich eine Chance geben», sagte Coach Albert Wiemers.

Nicht ganz so sicher sind die Verantwortlichen bei der TG Saar. «Das wird eine enge Kiste werden. Nach der Verpflichtung von Matthias Fahrig ist der Siegerländer KV ein sehr starker Aufsteiger, der zudem einen sehr breit aufgestellten Kader und gleichzeitig sehr gute Einzel-Athleten an den Geräten hat», lautet die Analyse von Thorsten Michels. Die Saarländer leiden dagegen nach wie vor unter den Verletzungen von Ivan Bykov und Waldemar Eichhorn. «Daher wird das ein Duell auf Augenhöhe», glaubt er. Immerhin kann die TG voll auf ihren ukrainischen Mehrkampfstar Oleg Verniaiev setzen. «Er wird morgen einen Sechskampf turnen», bestätigt Michels.

Für Bernd Krombach vom Siegerländer KV ist die Stabilität seiner Mannschaft entscheidend. «Wenn wir wenig Fehler machen, dann sind wir auch gut. Letzte Woche waren wir knapp dran. Das hat Stuttgart wohl auch ein bisschen überrascht», erinnert sich Krombach, der mit der bisherigen Ausbeute des Aufsteigers folgerichtig auch sehr zufrieden ist. Im Siegerland will man nun von Wettkampf zu Wettkampf denken. «Wir müssen sehen, wie wir uns entwickeln und wie stabil wir unsere Übungen präsentieren», sagt Krombach.

Obgleich in der unteren Tabellenhälfte, verspricht auch das vierte Duell höchste Spannung. Denn nur der Sieger aus der Partie TV Schwäbisch Gmünd-Wetzgau gegen SC Cottbus verschafft sich erst einmal Luft im Abstiegskampf und hält zumindest Tuchfühlung auf die vier Finalplätze. «Es wäre natürlich schön, wenn wir da gewinnen können», sagt Nico Gärtner vom SC Cottbus, der allerdings auch um die Stärke der Schwaben weiß. «Da müssen wir schon einen Top-Wettkampftag erwischen», glaubt er. Insbesondere am Cottbuser Sorgengerät Pauschenpferd: «Da müssen wir alle durchkommen.» (nbb)
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1. Bundesliga Männer

VereinWKGPDiffPkt
1KTV Straubenhardt762:22+4012:2
2TG Saar760:24+3612:2
3KTV Obere Lahn756:28+2811:3
4MTV Stuttgart745:39+67:7
5SC Cottbus733:51-186:8
6Siegerländer KV740:44-44:10
7KTT Heilbronn726:58-324:10
8TSV Monheim714:70-560:14

1. Bundesliga Frauen

MannschaftPktGPZ
1.MTV Stuttgart42:0615,60
2.TG Karlsruhe-Söllingen34:8596,75
3.TG Mannheim26:16568,85
4.TSG Steglitz20:22564,75
5.TZ DSHS Köln18:24561,95
6.TSV Tittmoning14:28553,05
7.TuS Chemnitz14:28552,25
8.KTG Hannover0:42518,10