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07.02.17 / Turnen International

FIG TK-Chefin Sacchi sucht den perfekten Spagat

Immer interessiert am Austausch...
Im Oktober 2016 wurde Donatella Sacchi unangefochten als Nachfolgerin von Nellie Kim an die Spitze des Technischen Komitees des Internationalen Turnverbands (FIG) gewählt. Seitdem sucht die 57-Jährige den perfekten Spagat zwischen allen Beteiligten. Bereits 2015 stattete die sympathische Italienerin aus Novara auch der Deutschen Turnliga beim Finale in Karlsruhe einen überraschenden Besuch ab. Dort versuchte sie unter anderem mit großem Interesse tiefer in die Materie des Score-Systems der Männer einzutauchen. «Ich hatte diese Gelegenheit, weil mich Freunde dankenswerterweise zu diesem Finale in Karlsruhe eingeladen haben. Und ich muss sagen, es ist ein sehr interessantes System. Sehr spektakulär! Es hat das Publikum begeistert, denn es bezieht sich nicht allein auf die turnerische Leistung als solche, sondern es erfordert auch ein großes Maß an strategischem Denken innerhalb des Teams», erinnert sie sich noch heute gerne an den spannenden Endkampf im Badischen.

...von Argumenten sucht...
Zum Turnen kam Sacchi eigentlich eher durch Zufall. Im Alter von neun Jahren suchte der Club in Novara noch eine Turnerin für den Sprung. Ihre Mutter, die wie auch ihr Vater Trainer war, habe keinen Zweifel daran gelassen, dass die Tochter dafür genau die Richtige sei. «Du hast starke Beine, also komm, trainiere und stelle dich dem Wettkampf», habe sie gesagt. Donatella kam, sah und schaffte es bis in das italienische Nationalteam, mit dem sie 1976 in Montreal Zwölfte bei den Olympischen Spielen wurde. Nach der sportlichen Karriere arbeitete auch sie im Sinne der Familientradition zunächst als Trainerin in zwei Clubs in Novara, von 1977 bis 1984 dann in der Verantwortung für die italienischen Junioren- und Senioren-Nationalmannschaften. Von 2003 bis 2005 machte sie einen Abstecher zum Hockey, wo sie in Novara für die die körperliche Fitness der Spieler zuständig war. Parallel startete sie 2004 bei den Spielen in Athen auch ihre olympische Kampfrichterkarriere, die sie nahtlos bis Rio de Janeiro fortsetzte.

...Sacchi den Kompromiss...
In ihrer neuen Funktion als TK-Vorsitzende der FIG ist Sacchi auf der Suche nach dem perfekten Spagat zwischen den Kampfrichtern am Tisch und den Trainern am Gerät. Mehr Verständnis zwischen Kampfrichtern und Trainern lautet ihr Credo. Ihr Ziel ist es, möglichst alle Schwächen in der neusten Ausgabe des Code de Pointage zu finden und wenn möglich zu eliminieren. «Meiner Ansicht nach ist es sehr wichtig, dass man Information teilt, selbst im Diskussionsstadium», sagt sie. Schließlich gebe es immer gute Argumente auf beiden Seiten. Zumindest die Kampfrichter und Trainer im Frauenbereich können sich daher wohl bald auf mehr Transparenz freuen. «Denn nur eine starke Zusammenarbeit wird es ermöglichen, uns gegenseitig zu verstehen», findet die neue TK-Chefin. Einen ersten Schritt habe es bereits bei den Weltmeisterschaften in Glasgow 2015 gegeben. «Dort haben sich die Technischen Komitees mit den Trainern getroffen und sie nach ihrer Meinung zum kommenden Code de Pointage gefragt. Das kann man noch weiter ausbauen», glaubt sie.

...mit einem Lächeln zu besiegeln.
Doch nicht nur mit den Trainern beschäftigt sich die Norditalienerin. Einen Weg zu finden, der es Turnerinnen und Turnern mit unterschiedlichen Fähigkeiten ermöglicht, Top-Wertungen zu erzielen. Das sei ihr Traum. «Im Moment ist das aber wirklich noch eher ein Traum als eine konkrete Vorstellung. Um etwas in den Code de Pointage einfließen zu lassen, sollte es erprobt und unter den verschiedensten Aspekten erfolgreich getestet worden sein», weiß Sacchi. Doch aufhören zu träumen will sie nicht. «Ich werde weiter darüber nachdenken. Und einige Lösungen sind tatsächlich schon auf dem Weg. Um zu beweisen, dass es gute Lösungen sind, muss man allerdings noch mehr darüber nachdenken. Aber das TK wird genau in diese Richtung weiterarbeiten», sagt sie.

Nicht sicher ist sich Sacchi dagegen in der Frage, ob das internationale Turnen neben den erfolgreichen Ligasystemen in Deutschland, Italien oder Frankreich auch Platz ließe für eine attraktive europäische Spitzenliga, ähnlich der UEFA Champions League im Fußball. «In der Vergangenheit hatte der Europäische Turnverband (UEG) etwas ähnliches, die ‚UEG League‘ für die Top-Clubs in Europa. Das Problem heutzutage ist jedoch immer, dass der Terminkalender bereits übervoll ist und außerdem verursacht das alles natürlich auch Kosten», sagt sie.

Doch ein Liga-Gegner ist Sacchi keinesfalls. Von ihrem DTL-Besuch 2015 in Karlsruhe habe sie viele Inspirationen mitgenommen: «Vor allem den Enthusiasmus und die Fähigkeit, unseren Sport auf eine ganz andere Weise zu ‚verkaufen‘. Meinen herzlichen Glückwunsch an alle, die das organisiert haben».
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