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29.03.18 / Männer

Interview mit dem Bundesliga Topscorer Carlo Hörr aus Heilbronn

Topscorer Carlo Hörr
Er ist eine der Nachwuchshoffnungen in der deutschen Turnszene. Bei seinem Bundesligaclub KTT Heilbronn ist er bereits jetzt nicht mehr wegzudenken. Sein Abitur hat er 2016 mit 17 Jahren abgehakt, danach schloss sich der Schwabe der Sportförderkompanie der Bundeswehr in Todtnau an. Später soll einmal ein Ingenieursstudium folgen. Mathe und Physik waren schon immer Hörrs Steckenpferde. Doch zunächst hat der 19-Jährige nur eines im Sinn: den Abstand zur deutschen Spitze noch weiter schrumpfen zu lassen und außerdem mit Heilbronn den Klassenerhalt unter Dach und Fach zu bringen.

Carlo, Du führst gemeinsam mit Nikita Nagornyy von der TG Saar mit 28 Punkten die Topscorerliste der DTL an. Wie ist es so da oben mit einem dreifachen Europameister und Olympia-Zweiten?

«Ich muss dazu sagen, dass das Scoresystem auch ein bisschen Glückssache ist. Ich bin zwar nicht schlecht, aber eben auch nicht überragend. Man muss halt auch etwas Glück mit der Setzweise der Trainer haben. Wenn man seine Übung turnt und durchbringt und der andere dann seine verturnt, dann kriegt man natürlich auch seine Scorepunkte. Klar ist das cool, wenn man ganz oben steht. Aber ich schaue immer zuerst, wie ich persönlich abschneide. Bin ich selbst mit meiner Leistung zufrieden oder nicht. Erst danach schaue ich auf die Punkte. Wenn dann noch was Gutes dabei rauskommt, freu ich mich umso mehr darüber. Aber ich kann auch zufrieden sein, wenn ich eine gute Leistung gezeigt habe, aber trotzdem keine Punkte hole».

Dein Team KTT Heilbronn dagegen ist bislang noch punktlos. Beunruhigt Dich da schon das Abstiegsgespenst ein bisschen oder ist da erstmal Nervenstärke im Bundesligaalltag angesagt?

«Mich belastet das eher weniger. Wir wussten von vornherein, dass die Saison schwer werden wird. Wir haben mit Julian Weller einen Abgang zum MTV Stuttgart zu verkraften, der uns natürlich an vielen Stellen fehlt. Aber wir gewinnen als Team und wir verlieren als Team. Ich versteh mich mit den Leuten dort richtig gut. Wir turnen die Wettkämpfe zusammen. Jeder hat seine Aufgabe und wenn es dann halt mal nicht klappt, hat trotzdem jeder sein Bestes getan».

Wie nah dran seid ihr am ersten Bundesligassieg der Saison?

«Wir hatten schon beim letzten Wettkampf Pech, da unser Gastturner krankheitsbedingt nicht fit war. Unsere Zielstellung bleibt weiterhin der Klassenerhalt. Wie gesagt, wir wussten von vornherein dass es sehr schwer werden wird, weil durch den TV Schwäbisch Gmünd-Wetzgau auch ein sehr starker Aufsteiger mit dabei ist. Wir sind ja einer der eher kleineren Vereine, die mit den ganz Großen der Liga wie Straubenhardt, Obere Lahn, Saar und wie sie alle heißen eher nicht direkt mithalten können».

Was macht es dann aus, für das KTT Heilbronn zu turnen?

Carlo Hörr an den Ringen
«Wir sind ein sehr familiäres Team. Wir stehen zusammen und wir kämpfen auch zusammen. In dieser Hinsicht habe ich kein weinendes Auge. Es ist zwar schön wenn man gewinnt, aber man kann eben nur sein Bestes tun. Wenn es halt nicht klappt, dann ist das halt so. Ich bin jetzt schon die fünfte Saison in Heilbronn und dementsprechend kenne ich alle Leute dort. Die unterstützen mich und deshalb versuche ich auch mein Bestes zurückzugeben. Alle Turner, die bei uns in der Mannschaft sind, sind schon ziemlich lange da. Selbst die meisten unserer Gastturner. Eddie Penev ist schon seit drei oder vier Jahren bei uns, Reiss Beckford seit sechs Jahren. Die andern beiden sind jetzt zwar neu, aber die Gastturner sind für uns nicht einfach nur Gastturner. Sie sind Teil des Teams. Das macht schon viel aus».

Die Saison birgt aber doch Überraschungen. Dass ihr noch vor Stuttgart steht, hättet ihr zu Beginn wahrscheinlich auch nicht gedacht?

«Ja klar. Aber Stuttgart hat natürlich auch Verletzungspech. Die wären eigentlich nicht so schwach. Der MTV generell ist, wenn alle fit wären, keine schlecht Mannschaft. Aber durch den Umstand, dass Felix Pohl operiert wurde, fehlt denen natürlich immer ein Mann. Da muss man abwarten. Wir turnen gegen sie leider erst hinten raus. Bis dahin kann sich noch viel ändern. Wenn dort alle wieder fit werden, dann wird es für uns auch ziemlich schwer».

Bist Du eher der Typ Einzelkämpfer oder ein Teamplayer? Was macht Dir mehr Spaß?

«Ich sehe das differenziert. Turnen ist eine Einzelsportart. Einzeln kämpfen muss man können und es muss einem auch Spaß machen, alleine zu turnen. Aber Teamwettkämpfe haben auch etwas Spezielles. Man arbeitet als Team, man feuert sich gegenseitig an, man hat seine Freunde um sich herum. Das ist immer eine schöne Gemeinschaft. Und das macht so einen Wettkampf ein wenig lockerer. Und man hat auch mehr Spaß dabei. Ich persönlich mag die Liga sehr, insbesondere mit meinem Team».

Hoffnungsträger: Carlo Hörr
Das Publikum in Heilbronn steht ja wie ein Mann hinter dem Team. Glaubst Du , dass die Liga in Zukunft noch mehr Zuschauer begeistern und in die Hallen locken wird?

«Ich denke, schon dass da noch mehr möglich ist. Aber man muss das natürlich mit Leistung bezahlen. Wenn man gute Leistungen bringt, kommen automatisch mehr Zuschauer. Letzte Saison waren die Ränge bei uns wirklich voll. Trotzdem gibt aber immer noch mehr Potenzial nach oben. Aber manchmal hat man eben auch Pech. Wenn parallel irgendwelche Fußballspiele stattfinden. Doch das ist ja ein generelles Problem, dass viele Sportarten in Deutschland haben. Die Leute strömen eben eher zu Fußball, Handball, Basketball oder Eishockey. Das betrifft aber nicht nur die DTL, das ist ja auch bei Einzel-Wettkämpfen wie Deutsche Meisterschaften so».

Du bist gerade vom Weltcup in Katar zurückgekehrt, werden wir Dich da im Oktober bei den Weltmeisterschaften wiedersehen?

«Das kommt darauf an. Wenn jetzt alle langsam wieder fit werden, dann wird es natürlich für mich schwer, ins Team zu kommen. Ich werde aber mein Bestes geben und versuchen, meine Schwierigkeit weiter anzuheben. Denn da habe ich einfach noch ein wenig Rückstand. Definitiv aber werde ich versuchen gesund zu bleiben. Denn das ist erst mal das Wichtigste. Wenn man verletzt ist, kann man nicht oder zumindest nicht richtig trainieren. Wir haben ja im Sommer noch die Europameisterschaften und diverse Qualifikationswettkämpfe. Bis zur WM in Doha ist es dagegen noch ein knappes halbes Jahr».

nbb
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10.-11.11.Bundespokal der LTV-Mannschaften, N.N.
10.11.Regionalliga Mitte Frauen, 4. Wettkampftag, Heidelberg
10.11.2. / 3. Bundesliga Männer, 6. Wettkampftag
11.11.Regionalliga Süd Frauen, 4. Wettkampftag, Gäufelden
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17.11.2. / 3. Bundesliga Männer, 7. Wettkampftag

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4Siegerländer KV531:29+26:4
5TG Saar535:25+104:6
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MannschaftPktGPZ
1.MTV Stuttgart42:0583,35
2.TSV Tittmoning32:10566,75
3.TZ DSHS Köln26:16551,80
4.TG Karlsruhe-Söllingen24:18551,50
5.TG Mannheim20:22545,05
6.SSV Ulm16:26536,60
7.TSG Steglitz6:36517,75
8.Dresdner SC2:40515,25