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10.03.19 / Männer

KTV Straubenhardt lässt Singen keine Chance

Die rund 800 Zuschauer in der Straubenhardthalle hatten nach dem 76:12-Kantersieg ihrer Lieblinge Einen ganz besonders ins Herz geschlossen: Neuzugang Pascal Brendel. Der 15-Jährige steht wie kein anderer für den Umbruch im Team des sechsfachen Meisters. Doch das Nachwuchstalent aus dem hessischen Wehrheim war nicht etwa als Maskottchen unterwegs, er punktete auch. Insgesamt sieben Scores fuhr er an seinen drei Geräten für die Schwarzwälder ein. Nervosität? Fehlanzeige. «Früher war es schon so. Aber mittlerweile ist man ja auch älter geworden. Ich geh ans Gerät, turne meine Übung. Ich kann die und daher bin ich mir auch sicher, dass ich sie hinkriege», erklärte er nach dem Wettkampf.

Brendel in den rauen Ligalltag zu werfen, war eine ganz bewusste Entscheidung. «Es war mir persönlich ganz wichtig, dass auch er seine Einsätze bekommt», sagte KTV-Coach Steve Woitalla, der sich auch in Zukunft noch viel von dem Ausnahmetalent verspricht. «Wenn er einigermaßen gut durch die Pubertät kommt, dann werden wir noch viel Spaß an ihm haben», ist er überzeugt. Auch Brendel selbst hatte bisher sichtlich Spaß an der Bundesliga. «Das ist was anderes als auf die deutschen Jugendmeisterschaften zu fahren, wo vielleicht 100 Zuschauer da sind. Es ist ein super Gefühl, runter zu kommen und dann flippt die Menge aus. Das macht echt Spaß», fand er. Von den großen Stars in Reihen der KTV könne man sich im Wettkampf auch etwas abschauen. «Vielleicht nicht gerade ein Element. Aber schon, wie die das so im Wettkampf machen. Und auch der Spirit, der hier im Team ist, ist super», berichtet er.

Wann Brendel den nächsten Wettkampf für die KTV bestreitet, weiß er allerdings noch nicht. «In diesem Jahr steht noch viel an. Am 27. April ist die Quali für die Junioren-Weltmeisterschaft. Daher kann ich gegen Siegerland auch nicht mit dabei sein», bedauerte er.

Spaß hatte trotz Niederlage auch Trainer Axel Leitenmair vom Gegner StTV Singen. «Bis auf die Tatsache, dass einiges schief gegangen ist», räumte er ein. Heulen und Zähneknirschen hat die Klatsche vom Samstag bei den Badenern keineswegs ausgelöst. «Auch Frustration sicher nicht, selbst wenn es so deutlich war. Wir wussten von vorneherein, dass wir nicht gewinnen werden», sagte er. Es sei das Plus an Erkenntnis, dass seine Mannschaft aus dem Schwarzwald mitnehme. «Jetzt wissen wir, was wir noch machen müssen. Und das ist motivierend. Ich denke, jeder hat verstanden, was er noch arbeiten muss. Und das ist eine Menge», glaubt Leitenmair.

Dabei hatte der Aufsteiger dem sechsfachen Meister am Sprung beinahe ein Bein gestellt. «Ich bin überrascht, dass wir den nicht gewonnen haben», sagte Leitenmair. Doch Luca Pollin und Volker Wiechert schafften es auf Position drei und vier nicht, die fünf Punkte Vorsprung über die Ziellinie zu retten. «Wenn der Wettkampf am Ende knapp ausgegangen wäre, wäre ich vielleicht sogar sauer gewesen», sagte der StTV-Coach.

Eine Mängelliste hatte sich auch Straubenhardts Coach Woitalla erstellt. Schließlich waren immerhin zwölf Scorepunkte bei der Riege vom Bodensee geblieben. «Ich habe nicht gewollt, dass sie die kriegen. Ich glaube aber, damit sind sie ganz zufrieden», sagte Steve Woitalla. Und angesichts der sechs gewonnenen Geräte und der Höhe des Ergebnisses war der ehemalige Cottbuser milde gestimmt. «Ich bin zufrieden. Wir haben zwar noch Fehler gemacht, aber es war schon eine Steigerung zu vergangener Woche. Wir haben zehn Punkte mehr geturnt», betonte er. Seine Mannschaft sieht er so auf dem richtigen Weg. «Die Konkurrenz kann sich warm anziehen», versprach er.

Nach dem Ausfall von Alexander Maier, Daniel Wörz und Tobias Radoi, die allesamt gesundheitlich angeschlagen im Bett blieben, musste einer die Lücken mit einem ungeplanten Sechskampf füllen: Ivan Rittschik. «Ich denke man hat gesehen, dass er unter normalen Umständen nicht an Ringe und Sprung gehen wird», sagte Woitalla, der aber ansonsten mit dem 26-Jährigen hoch zufrieden war.

«Die beiden ersten Geräte waren ein bisschen Schade. Aber dann habe ich mich gefangen und hintenraus habe ich zum ersten Mal die schwierige Übung am Reck durchgeturnt», erzählte der überraschende Sechskämpfer Rittschik. Trotz neuer Boden- und Reckübung standen für ihn wie bei Marcel Nguyen am Ende 18 Scorepunkte für das Team zu Buche. Da es allerdings nur ein Topscorershirt gab, verzichteten die beiden darauf, sich zu zweit in das Textil hineinzupressen und verschenkten die Trophäe lieber an die Nachwuchsturner im Publikum. «Das fanden wir lustiger. Viel wichtiger ist es doch, dass das Team gewinnt. Und dass wir alle Geräte gewinnen», findet Rittschik, der in dieser Sache vor allem auf die Zukunft setzt: «Topscorershirts hatte ich schon ein paar. Und werde ich vielleicht auch noch ein paar bekommen, wenn ich mich anstrenge», hofft er.
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