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28.09.18 / Turnen International

Seitz will in Leipzig zum siebten Mal die Mehrkampfkrone erobern

Elisabeth Seitz (MTV Stuttgart)
Das Comeback von Elisabeth Seitz bei der ersten WM-Qualifikation vor zwei Wochen war mit Rang fünf eher durchwachsen ausgefallen. «Ich hatte das Gefühl, dass ich mir da zu viele Gedanken über zu vieles gemacht habe und noch nicht ganz wieder ich selbst war. Die Eli, die eben loslegt und einfach ihr Ding durchzieht», wunderte sich die Weltcupsiegerin vom Meister MTV Stuttgart dort über sich selbst. Bei den deutschen Meisterschaften am Wochenende in Leipzig hat Seitz nun den siebten Mehrkampftitel ihrer Karriere ins Auge gefasst, der wohl gleichzeitig auch das Ticket für die Weltmeisterschaften in Doha/Katar Ende Oktober bedeuten würde.

Der Fehler am Stufenbarren und die zwei Stürze am Schwebebalken vor Heimpublikum wurmen die 24-Jährige noch immer. Drei Monate völlige Zwangspause nach einer Entzündung im Bauchraum hatten da gerade hinter ihr gelegen, eine Bauchmuskelzerrung in der Woche davor für zusätzlichen Verdruss gesorgt. Selbst für Seitz, die sonst in Drucksituationen erst richtig zu Höchstform aufläuft, war das eine ungewohnte Situation. «Auch ich bin nur ein Mensch. Man sagt zwar immer, ich sehe ruhig aus. Aber in mir sieht es ganz anders aus. Vor dem Wettkampf muss jeder mitleiden, weil ich alle Leute damit zutexte, wie aufgeregt ich bin», verriet sie.

Ulla Koch (Cheftrainerin)
Bundestrainerin Ulla Koch hat daher auch die Qualifikationsleistung vor dem notwendigen Hintergrund betrachtet. «Wir haben bei ihr auch keine großen Diskussionen oder Fehleranalysen gemacht», erklärte sie. «Ich denke, das war alles dem geschuldet. Es fehlte ihr einfach noch Übungstraining», sagte sie. Und dass auch Turnerinnen mit zunehmendem Alter nachdenklicher würden, sei nichts Ungewöhnliches. «Jeder Mensch wird nachdenklicher, wenn er älter wird. Das Leben unserer Athleten verändert sich eben. Sie werden erwachsen, reif und mündig. Da ist klar, dass sie sagen, wir überlegen und reflektieren das, was wir da machen», sagte sie.

So stehen die Chancen, dass der Plan der Mehrkampf-Rekordmeisterin aufgehen könnte, inzwischen gut. Zumal auch die Konkurrentinnen Pauline Schäfer (Stauchung im Fußgelenk) und Sophie Scheder (Entzündung im Knie) vom TSV Tittmoning noch Probleme mit sich herumtragen. «Bei Pauline wird es eher schwierig, dass sie an den Start geht. Gerade an ihrem Paradegerät Balken ist sie es nicht gewohnt, mit Tape zu turnen. Der Fuß muss jedoch noch stabilisiert werden. Von daher denke ich, wird sie sich entscheiden, keinen Balken zu turnen», berichtete Bundestrainerin Ulla Koch.

Die finale Entscheidung von Schäfer soll jedoch erst nach dem Training am Freitagabend fallen, ebenso wie die bei Scheder, die nach ihrer Finger-OP zuletzt noch mit Überlastungserscheinungen in den Beinen und Schmerzen im Knie zu kämpfen hatte. «Bei ihr ist es im Moment noch so, dass sie alle vier Geräte turnen wird. Allerdings mit einem erleichterten Abgang am Stufenbarren», bestätigte Koch. Ein MRT am Mittwoch habe bei ihr «keinen Befund im Knie gezeigt», lediglich eine Entzündung.

Die ersten drei der fünf WM-Tickets der Frauen wird der Lenkungsstab des Deutschen Turner-Bunds (DTB) am Donnerstag in Frankfurt vergeben. Die beiden restlichen sollen nach dem Länderkampf gegen Italien, Frankreich und die Schweiz in zwei Wochen in Rüsselsheim folgen. «So habe ich da noch zwei Wochen länger, um gerade den Athleten, die wichtig sind für das Team und noch sehr gute Leistungen bringen können, Zeit zur Regeneration und vor allem zur Heilung zu geben», ist Koch über das Procedere erleichtert. Das sei im Moment auch wichtiger, als deutsche Meisterschaften zu gewinnen, selbst wenn alle unbedingt dorthin wollten. «Denn wir müssen am Samstag in vier Wochen fit sein», erklärte Koch.

Die Sorgenfalten der Bundestrainerin in Sachen WM in Doha sind daher trotz der zahlreichen Blessuren noch nicht gewachsen. «Ich sage immer, im Notfall müssen wir nur Vierundzwanzigster werden. Aber das ist natürlich nicht das Ziel. Unser Ziel ist, ins Mannschaftsfinale zu kommen. Und das wird schon schwer genug, weil alle so nah zusammengerückt sind», weiß Koch. Und es sei derzeit ja beinahe vermessen, zu sagen, als Zehnter in Europa wolle man unter die zehn besten Teams der Welt kommen, fügt sie noch hinzu.

Für die zweite WM-Qualifikation am Wochenende forderte Koch daher eine höhere Stabilität und vor allem eines: «Landungen! Bei den Landungen haben wir noch ein gigantisch großes Potenzial. In Stuttgart waren nur 85 Prozent der Landungen in den Stand und ohne Abzug. Da kann man sich leicht ausrechnen, was einem da in so einer WM-Mannschaft an Punkten verloren geht», erklärte die DTB-Teamchefin.

Das einst aufgelegte «Smiley-Programm» für besonders gute Landungen ist daher auch längst noch nicht vom Tisch. «Irgendeiner hat einmal gesagt, es wäre albern, den Smiley für eine gute Landung hochzuhalten. Deswegen haben wir das in Stuttgart ganz sanft und sachte gemacht», verriet Koch. Dennoch: Nur fünf der 47 Landungen hätten dieses Prädikat erhalten. «Da ist noch sehr viel Luft nach oben», findet die Bundestrainerin.

Schon drei Tage vor den Frauen wird Männer-Cheftrainer Andreas Hirsch seine WM-Teilnehmer in Leipzig dem Lenkungsstab vorschlagen. In Stuttgart hatte Lukas Dauser von der KTV Oberen Lahn dort ebenfalls ein glänzendes Mehrkampf-Comeback gefeiert.
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2.TSV Tittmoning46:10767,45
3.TG Karlsruhe-Söllingen36:20747,95
4.TZ DSHS Köln32:24736,50
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6.SSV Ulm16:40706,50
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8.Dresdner SC6:50695,60