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04.08.10 / Frauen

Joeline Möbius kehrt zurück

Chemnitzerin Olympiateilnehmerin wagt nach einem Vierteljahr Pause ein Comeback
Einen Rückwärtssalto beherrscht sie perfekt. Nun vollzog Joeline Möbius sinnbildlich auch in ihrem Leben eine Kehrtwendung. Nachdem die 17-Jährige im Februar überraschend ihre leistungssportliche Laufbahn beendet hatte, ist sie inzwischen täglich wieder mittendrin im Trainingsgeschehen. Bei der Qualifikation für die WM Ende des Monats will die bislang erfolgreichste Kunstturnerin des TuS Chemnitz-Altendorf ihren ersten Wettkampf bestreiten, als nächstes folgen die deutschen Meisterschaften Anfang September in Berlin. "Ich versuche, so gut es geht, bis dahin fit zu werden. Mal sehen, was schon wieder alles geht", blickte die Olympiastarterin von 2008 sowie mehrfache Teilnehmerin an WM und EM gestern voraus. Zwar zeigte sie sich hinsichtlich der Programme für das Comeback noch etwas unsicher. Doch allein das Strahlen ihrer Augen verriet die Vorfreude. Sie wirkte gelöst und gut gelaunt, scherzte trotz des harten Programms in kleinen Verschnaufpausen mit ihren Gefährtinnen, hatte stets ein Lächeln im Gesicht.

Der jungen Gerätkünstlerin bereitet das Turnen sichtlich wieder Spaß, wobei sie sich aber zunächst in keiner Weise unter Druck setzen will. So geht sie auch die ersten Bewährungsproben ohne große Ambitionen an, sieht die Nominierung für die WM im Herbst derzeit als Utopie. Aber bereits im kommenden Jahr könnte sie sich durchaus vorstellen, wieder ganz intensiv die internationalen Meisterschaften in Angriff zu nehmen. Nicht zuletzt befiel sie bereits bei der EM im April, die sie eben nur aus der Ferne verfolgen durfte, Wehmut. "Das war schon irgendwie komisch, dass ich nicht dabei war", erinnert sich die Gerätkünstlerin.

In jenen Tagen führte der Weg von Joeline Möbius nur hin und wieder in die Turnhalle. Sie hatte sich inzwischen auch schulisch verändert, lernte am Berufsschulzentrum in ihrer Heimatstadt Limbach-Oberfrohna. Doch in ihrer Freizeit fuhr sie ein- bis zweimal pro Woche nach Chemnitz, um zu turnen, um sich einfach sportlich zu betätigen. "Ich war vorher den ganzen Tag Bewegung gewohnt und nicht das nun stundenlange Sitzen in der Schule", fiel ihr vor allem auch physisch die Umstellung schwer. Gleichzeitig möchte sie die Zeit aber nicht missen. "Es war auch mal schön, etwas anderes zu haben, neue Freunde kennen zulernen und mit meiner Schwester viel zusammen zu sein", erzählt die hübsche Sächsin.

Dennoch spürte sie immer stärker, dass ihr das Turnen, dem sie sich seit Kindesbeinen an mit Leidenschaft widmete, fehlte. Zudem fühlte sie, dass sich ihr Körper von all den Problemen, die letztlich mit ausschlaggebend für die Entscheidung waren, erholt hatte. Der Rücken schmerzte nicht mehr, die Entzündung in den Zehen war abgeklungen, Infekte blieben aus. Drei Wochen vor den Sommerferien wechselte sie wieder auf das Sportgymnasium, um die Schulstreckung in Anspruch zu nehmen, und begann erneut mit dem leistungsorientiertem Training.

Als besonders schönes Geschenk empfindet natürlich ihre Trainerin Gabi Frehse die Rückkehr. "Ich bin einfach nur glücklich. Im Nachhinein betrachtet, erwies sich die Auszeit für Lini, für ihre ganze Entwicklung gut. Denn nach Olympia war sie in ein Loch gefallen, auch weil sie wegen Verletzungen und Krankheiten mehrfach Rückschläge hinnehmen musste", wertet die erfahrene Fachfrau. Nun zeigt sich ihre Meisterschülerin wieder ehrgeizig und hoch motiviert. Die Hoffnung, dass Joeline Möbius künftig erneut Spitzenleistungen vollbringt, ist mehr als berechtigt.

Von Martina Martin
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