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13.11.16 / Männer

Turn-Krimi in Monheim - Straubenhardt und Saar im Finale

Die Hoffnungen der Fans auf einen spannenden Wettkampftag der Bundesliga wurden am Wochenende erfüllt. Sowohl im Abstiegsduell TSV Monheim gegen TV Schwäbisch Gmünd-Wetzgau (45:43) als auch der Kampf um die letzte Meisterschaftschance des MTV Stuttgart gegen KTV Straubenhardt (26:39) entwickelten sich zu wahren Turn Krimis. Die TG Saar hatte gegen die KTV Obere Lahn mit 39:31 die Nase ebenfalls knapper vorne als erwartet. Der Siegerländer KV konnte seinen Verfolger Rekordmeister SC Cottbus (44:29) auf Distanz halten. Im Finale um die deutsche Mannschaftsmeisterschaft stehen die KTV Straubenhardt und die TG Saar. Das direkte Duell der beiden Turn-Giganten hat damit nur noch statistischen Wert. Der MTV Stuttgart steht als erster Teilnehmer des «kleinen Finals» um Platz drei fest.

Die Entscheidung in der Stadthalle Monheim fiel erst in der letzten Übung des letzten Geräts. Der TV Schwäbisch Gmünd-Wetzgau hatte Dominik Pfeifer als Schlussturner nominiert, der seine Übung ohne Sturz bewältigte. Monheims Coach Mario Reichert schickte in Norik Friedel einen 15 Jahre alten Nachwuchsturner in die Arena. Der Youngster blieb eiskalt und turnte sein Programm, als handele es sich um eine lockere Trainingseinheit. «Ich habe mir gesagt, ich habe nichts zu verlieren. Das ganze Team stand hinter mir», erinnerte er sich später. Als die «4» auf Seiten des Gastgebers aufleuchtete, brachen in Monheim alle Dämme. Verantwortliche und Athleten lagen sich jubelnd in den Armen, Friedel selbst wurde von seinen Mannschaftskameraden erneut in die Luft befördert. Fassungslosigkeit dagegen in den Gesichtern des TV Schwäbisch Gmünd-Wetzgau. Nachdem er sich wieder ein bisschen gesammelt hatte, fasste Reichert zusammen: «Dass wir die ganze Zeit in Rückstand waren, war für die Moral nicht förderlich. Dann macht es am Ende der Jüngste – Hut ab!», sagte er.

Ähnlich spannend ging es auch in Stuttgart zu. Für die Schwaben war es die letzte Chance, sich noch für das große Finale um den Meistertitel zu qualifizieren. Straubenhardts achtfacher Weltmeister Marian Dragulescu verlor überraschend einen Punkt an Stuttgarts Felix Pohl. Und die Riege des MTV hatte noch lange nicht genug. Am Pauschenpferd sammelte sie weiter fleißig Punkte und baute die Führung bis auf 17:9 aus. An den Ringen gewannen die Gäste Terrain zurück, mussten den Pausentee jedoch weiterhin im Angesicht einer drohenden Niederlage zu sich nehmen. «Wir hatten nichts zu verlieren, die Straubenhardter haben wir zwischenzeitlich ganz schön ins Schwitzen gebracht», sagte Mannschaftskapitän Sebastian Krimmer. Nach der Pause jedoch gerieten der MTV ins Wanken. Konnte Pohl der MTV-Riege am Sprung wenigstens noch einen Punkt sichern, kam sie am Barren völlig unter die Räder. Der geballten Straubenhardter Olympia-Power aus Marcel Nguyen, Andreas Bretschneider, Lukas Dauser und Marian Dragulescu hatten die wackeren Schwaben nichts mehr entgegenzusetzen. Am Reck entriss Sebastian Krimmer seinem Gegner Ivan Rittschik noch einmal vier Punkte - am 39:26-Sieg der Badener änderte dies allerdings nicht mehr.

Die TG Saar ließ im Duell gegen die KTV Obere Lahn von Beginn an keinen Zweifel an ihren Final-Ambitionen. Deutliche Siege an Boden (10:1), Pauschenpferd (9:3) und Sprung (11:4) bildeten in der Dillinger Kreissporthalle die Grundlage zum sechsten Saisonsieg der Saarländer und damit den sicheren Platz im Finale um die deutsche Mannschaftsmeisterschaft. Dass die Nordhessen mit Fabian Hambüchen mit insgesamt 11:0 das Reck unter den Nagel rissen, war am Ende nur noch Ergebniskorrektur. Am Sprung hatte der 29-Jährige Olympiasieger mit 0:3 dagegen Federn gelassen. Sehr zur Freude seines Herausforderer Felix Remuta. «Es ist ein geiles Gefühl, den Olympiasieger zu schlagen. Ich habe eine halbe Schraube mehr gezeigt und das Ding gestanden», schwärmte der.

Souverän hielt der Siegerländer KV den Rekordmeister SC Cottbus auf Distanz. Die Lausitzer waren zwar über weite Strecken nah dran, am Ende aber konnten sie nur den Sprung und den Barren knapp für sich entscheiden. Nicht genug um die Truppe um Top-Scorer Kanji Oyama, der allein 13 Punkte sicherte, zu schlagen. Die Siegerländer haben es nun als Tabellenvierter mit zwei Punkten Vorsprung selbst in der Hand, bei der KTV Obere Lahn am kommenden Samstag alles klar für den Einzug ins «kleine Finale» von Ludwigsburg zu machen. Für Cottbus dagegen ist der Zug in Richtung Ludwigsburg wegen der deutlich schlechteren Gerätpunktdifferenz wohl endgültig abgefahren.
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1. Bundesliga Männer

VereinWKGPDiffPkt
1KTV Straubenhardt332:4+286:0
2TG Saar328:8+206:0
3TV Schwäbisch Gmünd-Wetzgau323:13+104:2
4SC Cottbus314:22-84:2
5Siegerländer KV312:24-122:4
6TSV Pfuhl39:27-182:4
7TuS Vinnhorst317:19-20:6
8StTV Singen39:27-180:6

1. Bundesliga Frauen

MannschaftPktGPZ
1.MTV Stuttgart28:0404,50
2.TG Karlsruhe-Söllingen22:6387,25
3.TSV Tittmoning20:8381,95
4.SSV Ulm14:14373,00
5.TG Mannheim14:14369,80
6.TZ DSHS Köln8:20358,20
7.KTG Hannover6:22360,95
8.TSG Steglitz0:28314,40