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08.09.17 / Turnen National

WM-Quali: Angriff auf die Etablierten?

Hirsch sucht Helden.
Turner wie Ivan Rittschik (KTV Straubenhardt), Philipp Herder (Siegerländer KV), Felix Remuta (TG Saar) oder von der KTV Obere Lahn der Jugend-Europameister an den Ringen, Nick Klessing, könnten in der entscheidenden Runde um die WM-Tickets am Samstag in Stuttgart tatsächlich im großen Rampenlicht der Öffentlichkeit ankommen. Für die Fans der Deutschen Turnliga sind diese Männer natürlich längst ein Begriff. Die breite Öffentlichkeit jedoch muss sich wohl erst noch an ihre künftigen Idole gewöhnen. Denn das Jahr eins nach Rio de Janeiro ist (zumindest aus Sicht von Bundestrainer Andreas Hirsch) auch das Jahr eins nach Fabian Hambüchen. Neue Helden mit Langzeitperspektive werden daher in Stuttgart dringend gesucht.

Die Nachwuchsriege wird sich in der baden-württembergischen Landeshauptstadt aber auch mit dem Establishment auseinandersetzen müssen. So gibt Andreas Toba, der «tragische Held von Rio», nach über einem Jahr und drei Knie-Operationen sein Comeback. Der 26 Jahre alte Bambi-Gewinner und Cafe-Besitzer vom TV Schwäbisch Gmünd-Wetzgau hat in den nächsten Jahren nach eigener Einschätzung «sportlich noch einiges vor». Zurück auf der Turnbühne ist auch Straubenhardts Andreas Bretschneider - neun Monate nach seiner doppelten Schulter-OP. Wie Toba und uns sein Straubenhardter Teamkollege Bretschneider wird auch Marcel Nguyen in der SCHARRena nicht an allen Geräten auflaufen. Nguyen, der am Freitag seinen 30. Geburtstag feierte, konzentriert sich am Samstag auf Ringe und Barren.

Fliegt wieder: «Breti»
«Wir sind alle sehr gespannt, wie Toba und Bretschneider nach der Pause wieder in den Wettkampf finden werden», sagte Cheftrainer Hirsch, der sich schon sehr auf die beiden Rückkehrer freut. Nicht ohne Grund: die dünne Personaldecke zwingt den Berliner, auf jeden der Etablierten Rücksicht zu nehmen. «Ich erwarte von den anderen Athleten, dass sie mit Blick auf die WM überzeugende Wettkämpfe abliefern werden», sieht er daher die jungen Turner in der Pflicht, auch wenn im Gegensatz zu vielen anderen Nationen der Deutsche Turner-Bund (DTB) sein WM-Kontingent von sechs Athleten auch tatsächlich voll ausschöpfen will. Nur eines davon scheint bisher ausgestellt: das Mehrkampfticket. Auf dem steht verdient – weil ohne ernsthafte Alternativen – wohl bereits jetzt der Name «Herder» geschrieben.

Die Starter der WM-Quali der Männer im Einzelnen: Marcel Nguyen, Andreas Bretschneider, Ivan Rittschik, Nils Dunkel (alle KTV Straubenhardt), Felix Pohl, Alexander Maier (beide MTV Stuttgart), Felix Remuta (TG Saar), Philipp Herder (Siegerländer KV), Nick Klessing (KTV Obere Lahn), Carlo Hörr (KTT Heilbronn) und Andreas Toba (TV Schwäbisch Gmünd-Wetzgau).

Koch mit gutem WM-Rezept.
Bei den Frauen steht dagegen der Wind derzeit nicht auf Veränderung. In Kim Bui, Tabea Alt, Elisabeth Seitz und Pauline Schäfer stehen vier der fünf wesentlichen Akteure des deutschen Olympiateams nun auch in der WM-Qualifikation für Montreal. Lediglich die Bronzemedaillen-Gewinnerin am Stufenbarren, Sophie Scheder (TG Karlsruhe-Söllingen), hat nach ihrer Knie-OP gerade wieder ein paar erste Übungen am Gerät hinter sich. Die 19-Jährige steht daher weder für Samstag noch für die WM zur Verfügung. Olympia-Ersatzturnerin Pauline Tratz, die ein Stipendium an der Universität von Los Angeles wahrnehmen wird, hat mit der Universiade in Taipeh ihren vorläufig letzten internationalen Wettkampf in den deutschen Farben hinter sich gebracht.

Auf Kurs: Rio-Team.
Spannend könnte als lediglich werden, ob es tatsächlich einer der Herausfordererinnen gelingt, in die geschlossene Phalanx der Olympionikinnen von Rio einzudringen. Auch wenn es äußerst unwahrscheinlich erscheinen mag - ausgeschlossen ist es nicht. Denn neben Seitz, die seit dem Turnfest Rückenprobleme plagen, hat auch Bui trotz Silber am Stufenbarren von der Universiade eine leichte Verletzung mitgebracht. Und Weltcupsiegerin Alt kehrt aus einer längeren Wettkampfpause zurück.

Die Starter der WM-Quali der Frauen im Einzelnen: Tabea Alt, Elisabeth Seitz, Kim Bui, Carina Kröll (alle MTV Stuttgart), Leah Grießer, Pauline Schäfer (beide TG Karlsruhe-Söllingen), Sarah Voss (TZ DSHS Köln), Michelle Timm (TSG Steglitz) und außer Konkurrenz Kim Ruoff (MTV Stuttgart).
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14.-17.6.Weltcup, Guimaraes, Portugal
23.-24.6.Turntalent-Schul-Pokal + Kader-Turn-Cup Frauen, Chemnitz
23.6.Regionalliga Nord Frauen, 3. Wettkampftag, Schalksmühle

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1. Bundesliga Männer

VereinWKGPDiffPkt
1KTV Straubenhardt443:5+388:0
2SC Cottbus326:10+166:0
3Siegerländer KV427:21+66:2
4TV Schwäbisch Gmünd-Wetzgau319:17+24:2
5KTV Obere Lahn425:23+24:4
6TG Saar424:24+02:6
7MTV Stuttgart49:39-300:8
8KTT Heilbronn47:41-340:8

1. Bundesliga Frauen

MannschaftPktGPZ
1.MTV Stuttgart42:0583,35
2.TSV Tittmoning32:10566,75
3.TZ DSHS Köln26:16551,80
4.TG Karlsruhe-Söllingen24:18551,50
5.TG Mannheim20:22545,05
6.SSV Ulm16:26536,60
7.TSG Steglitz6:36517,75
8.Dresdner SC2:40515,25