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02.12.17 / Männer

Hambüchen feiert rauschende Final-Party in Ludwigsburg

Was Fabian Hambüchen mit seinem Abschiedsgeschenk der Deutschen Turnliga und deren Partner SPIETH genau anfangen wird, hat der 30-Jährige noch nicht endgültig entschieden. Eine Minute vor der Siegerehrung hatten sie Deutschlands scheidenden Vorturner noch mit einem original Magnesiakübel der Olympischen Spiele von Rio de Janeiro 2016 aus den Händen von Spieth-Geschäftsführer Henning Hauser und DTL-Präsident Jens-Uwe Kunze überrascht, dem Ort seines größten sportlichen Triumphs. «Ich habe schon ein Rio-Reck, jetzt habe ich noch einen original Rio Magnesiatopf. Tolle Idee», freute er sich und machte sich spontan Gedanken über den Einsatzzweck des neuen Geräts.

«Die Frage ist, ob man den tatsächlich dafür benutzt oder ob man da Eis und gekühlte Getränke reinstellt», überlegte er und spann den Gedanken sofort weiter: «Oder ihn als Vase nimmt? Die Blumen haben da eben auch super hineingepasst. Mal schauen. Vielleicht stellen wir den Topf auch zu meinen Eltern nach Hause», überlegt er dann.

Für eine förmliche Pressekonferenz in den Katakomben verschwinden wollte Fabian Hambüchen nach dem letzten sportlichen Höhepunkt seiner Turnkarriere nicht mehr. Der Reck-Olympiasieger von Rio wollte lieber bei seiner Mannschaft KTV Obere Lahn, bei seinen Fans und bei seiner Familie einschließlich Onkel und Mentalcoach Bruno Hambüchen im Innenraum der MHP Arena von Ludwigsburg bleiben. «Ja, es hat jetzt alles ein Ende gefunden. Jetzt geht jetzt seinen eigenen Weg. Aber Bruno ist hier, mein Bruder, Papa und Mama, einfach Wahnsinn», sagte er dort.

Die Übung am Reck, die er ursprünglich noch risikoreicher hatte turnen wollen als bei den Spielen, wurde eine sichere Angelegenheit. «Aus taktischen Gründen, weil es besser für die Mannschaft war», verriet er hinterher. Der Mehrzahl der 3500 Zuschauer war das jedoch egal, sie feierten Hambüchen am Ende seiner Übung und der zeigte sich gerührt. «Da war schon ein bisschen Pippi in den Augen. Da war viel Wehmut dabei», räumte er ein. «Denn mit dem Reck verbinde ich einfach alles. Mein Weltmeistertitel, der Olympiasieg, die ganzen EM-Titel, viele deutsche Meistertitel», sagte er.

Wie Hambüchens Zukunft genau aussehen wird, darüber gibt es unterschiedliche Ansichten. «Mit der Bekanntgabe meines Rücktritts zwinge ich mich schon ein bisschen. Ich kann ja nicht die Leute verarschen und sagen, ich fange übermorgen wieder an mit dem Training und starte mein Comeback. Das macht ja gar keinen Sinn», sagt er. Er freue sich auf spontane Entscheidungen für einen Kinobesuch oder in der Therme. «Da wo ich vorher auf die Uhr geschaut und überlegt habe, dass morgen früh wieder Training ist, wo ich wieder fit und frisch sein muss. Dieses Stück Freiheit zu genießen, da freue ich mich am meisten drauf», sagte er.

Sein Nationalmannschaftskollege Andreas Bretschneider, der mit der KTV Straubenhardt am 3. März Auftaktgegner der KTV Oberen Lahn ist, hat da eine andere Theorie. «In der Kabine haben wir schon spekuliert, ob das das Datum für das Comeback von Fabian Hambüchen ist», verkündeter er mit bierernster Miene. «Er hat in seinem turnerischen Leben alles erreicht, was man am Reck erreichen kann. Aber vielleicht ist diesem Braten in der Bundesliga noch nicht ganz zu trauen», können er und Teamkollege Marcel Nguyen noch nicht so ganz an das Ende des letzten Kapitels glauben.

Auch Bundestrainer Andreas Hirsch wird Hambüchens Telefonnummer vorläufig noch nicht aus seinem Handy löschen. «Ich bin mit ihm ja auf mehreren Strecken verdrahtet. Insofern ist es schwer vorstellbar, dass ich keine Informationen hätte. Insofern will ich das Spektrum weder in die eine noch in die andere Richtung zu machen», sagte er. Sollte Hambüchen tatsächlich irgendwann ein Comeback für die WM 2019 in Stuttgart in Erwägung ziehen, Hirsch würde ihn in jedem Fall nicht davon abhalten. «Ich werde als verantwortlicher Trainer ja nie jemand die Sportart verbieten», sagte er mit einem breiten Grinsen.
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