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01.03.18 / Männer

«Rüstig mit Rentner» und große Personalsorgen zum Saisonauftakt

Mit einem «rüstigen Rentner» nimmt Vizemeister TG Saar den Kampf um den Titel auf. So könnten die Saarländer schon am Samstag in der Begegnung gegen den MTV Stuttgart (18:00 Uhr) gleich den ersten Rekord knacken, obwohl es Trainer Viktor Schweizer anders sicher lieber gewesen wäre. Der Grund ist eine Verletzung bei Routinier Eugen Spiridonov, die einen Start an den Ringen unmöglich macht. Die Lösung: der dreifache Olympiasieger und mehrfache Weltmeister Sergej Charkov könnte sich in der Kreissporthalle Dillingen wieder an sein ehemaliges Paradegerät schwingen. Mit seinen stolzen 47 Jahren wäre er damit der älteste Turner, der jemals in der 50-jährigen Saisongeschichte der Bundesliga an die Geräte gegangen ist. «Er trainiert fleißig. Aber die Saison ist sehr früh und für ihn gefühlt vermutlich noch früher», sagt Thorsten Michels. Daher will man im Saarland erst kurz vor dem Wettkampf entscheiden, ob Charkov tatsächlich schon beim Auftakt turnen wird.

Vermissen werden die Saarländer beim Heimkampf in der Dillinger Kreissporthalle ihren Mehrkampfstar Oleg Verniaiev. Der 24-jährige Ukrainer war im Januar planmäßig an Schulter und Fußgelenk operiert worden und wird über Monate ausfallen. «Er hat die Operationen gut überstanden und befindet sich jetzt in den Reha- und Aufbaumaßnahmen. Er versucht natürlich so schnell wie möglich wieder mit dabei zu sein, aber immer unter der Prämisse, dass seine Gesundheit vorgeht», betont Michels. Die Ausländerposition bei den Saarländern wird der russische Spitzenturner Nikita Nagornyy einnehmen.

Ganz anders die Situation beim Gegner MTV Stuttgart: «Wir haben unseren Mannschaftskader verjüngt und werden mit drei Nachwuchsathleten in die neue Saison starten», sagt Kapitän Sebastian Krimmer, der noch an einer Schulterverletzung laboriert und voraussichtlich erst in der zweiten Saisonhälfte an die Geräte gehen wird. Ebenfalls ausfallen wird Felix Pohl, er sich einer Meniskus-OP unterziehen musste. Die Verantwortung liegt daher auf den Schultern der erfahrenen Philip Sorrer, Alexander Otto, Alexander Maier, Anton Wirt und Daniel Weinert. «Wir wollen uns gut präsentieren, auch wenn wir und keinen Sieg ausrechnen», betonte Krimmer.

Das KTT Heilbronn setzt auf die bewährten Kräfte aus der letzten Saison, wobei vor allem Carlo Hörr, Fabian Geyer und Hansi Lohr für die nötigen Punkte sorgen sollen. Für neue Akzente werden die beiden Neuzugänge Valentin Starikov und Jakob Hofmann sorgen. Während der 17-jährige Stuttgarter Hofmann langsam an die Bundesliga herangeführt werden soll, wird Starikov eine zentrale Rolle spielen. «Valentin wird in der ersten Saisonhälfte alle Wettkämpfe bestreiten und damit unsere bewährten ausländischen Turner Reiss Beckford, Eddie Penev und Gaius Thompson vertreten, die wir aufgrund von Wettbewerben wie den Commonwealth Games oder den Britischen Meisterschaften im Frühjahr nur schwer nach Deutschland bekommen werden», erklärt Trainer Rainer Arnold.

Die Gäste von der Siegerländer KV müssen ohne Philipp Herder in das Duell gehen. Der WM-Mehrkämpfer ist an diesem Wochenende beim Weltcup in Chicago an den Geräten. Mit Dario Sissakis, Eric Lloyd Hinrichs, Daniel Uhlig und Gian Luca Helm stehen vier Talente aus dem Nachwuchskader des Deutschen Turner-Bundes in den Reihen der SKV. Zusammenhalten soll das Team im Schwäbischen Matthias Fahrig, der an Boden und Sprung nach wie vor eine Bank ist.

Herausforderer von Meister KTV Straubenhardt ist am ersten Wettkampftag Namensvetter KTV Obere Lahn. Doch die Hessen mussten am Donnerstag noch einen derben Dämpfer einstecken. Der US-Amerikaner Colin van Wicklen, der sich in dieser Saison die Ausländerposition mit Andrey Likhovitskyi teilen sollte, sagte für den Saisonauftakt in Straubenhardt ab. «Das schmeißt uns gewaltig nach hinten», räumte Trainer Albert Wiemers zerknirscht ein. Zumal auch ein Einsatz in den drei weiteren Frühjahrswettkämpfen ernsthaft in Gefahr scheint. «Er hat einen stark geschwollenen Fuß. Ein MRT hat ergeben, dass im überlasteten Sprunggelenk zwar nichts kaputt ist, dass Colin es aber unbedingt schonen muss», erklärte Wiemers.

Auch Lukas Dauser ist nach seinem Kreuzbandriss im Juni vergangenen Jahres nur bedingt einsatzfähig. Der Deutsche Jugendmeister Karim Rida kann am Samstag ebenfalls nicht mitwirken, weil er sich auf einen Start in der Jugend-Nationalmannschaft vorbereitet. Ein Lichtblick ist da Nick Klessing. Dessen Fußgelenk ist wieder so weit genesen, dass er neben Ringen und Sprung auch wieder am Boden antreten kann. Dennoch ist für Wiemers angesichts der sportlichen Straubenhardter Klasse die Zielrichtung für das Spitzenduell klar: «Unsere Aussichten sind bescheiden. Wir müssen daher zusehen, dass wir das Ding mit Anstand über die Bühne kriegen», sagte er.

Frei haben am Wochenende der TV Schwäbisch Gmünd-Wetzgau und der SC Cottbus. Die Partie wurde auf den 30. Juni verlegt.
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1. Bundesliga Männer

VereinWKGPDiffPkt
1KTV Straubenhardt332:4+286:0
2TG Saar328:8+206:0
3TV Schwäbisch Gmünd-Wetzgau323:13+104:2
4SC Cottbus314:22-84:2
5Siegerländer KV312:24-122:4
6TSV Pfuhl39:27-182:4
7TuS Vinnhorst317:19-20:6
8StTV Singen39:27-180:6

1. Bundesliga Frauen

MannschaftPktGPZ
1.MTV Stuttgart28:0404,50
2.TG Karlsruhe-Söllingen22:6387,25
3.TSV Tittmoning20:8381,95
4.SSV Ulm14:14373,00
5.TG Mannheim14:14369,80
6.TZ DSHS Köln8:20358,20
7.KTG Hannover6:22360,95
8.TSG Steglitz0:28314,40