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04.03.18 / Männer

Saar und Straubenhardt in gewohnter Position, Siegerland siegt auswärts

Vizemeister TG Saar ist der erste Tabellenführer der Saison 2018. Die Saarländer gewannen ihren Heimkampf gegen den Vorjahresvierten MTV Stuttgart deutlich mit 59:16. Herausragender Turner des Tages war der Russe Nikita Nagornyy, der mit 28 Scorepunkten und einem Sechskampfergebnis von 86,750 Punkten - und das mit einem Sturz am Boden. «Das ist natürlich ein Ausrufezeichen», freute sich Thorsten Michels von der TG Saar. Aber auch sonst war man rund um die Dillinger Kreissporthalle zufrieden. «Wir haben einen ordentlichen Wettkampf abgeliefert. Aber es hat noch nicht alles so geklappt, wie wir uns das vorgestellt haben. Da waren schon noch ein paar Patzer in den einzelnen Übungen», sagte Michels.

Beim Finalkandidaten aus Stuttgart griff wieder einmal das Prinzip der «Fantastischen Viere». Dabei wollte man eigentlich in Stuttgart genau dieses Szenario in der laufenden Saison vermeiden. Doch das verletzungs- und krankheitsgeschwächte Team hatte gegen den Vizemeister keine Chance. «Wir wollten zwar die Saarländer etwas ärgern, doch leider hat uns die Grippewelle erwischt», erklärte Mannschaftskapitän Sebastian Krimmer über das Abschneiden seiner verbliebenen Teamkollegen, die allesamt einen Vierkampf turnen mussten. Der taktische Spielraum sank dadurch natürlich auf ein Minimum. Selbst Jugendturner Julian Weller musste gleich in seinem ersten Bundesligawettkampf über die volle Geräteanzahl gehen. Am Ende war es lediglich Artur Dalaloyan konnte mit seinen 13 Scorepunkten die MTV-Fahne noch einigermaßen hochhalten konnte.

Einen Rekord der besonderen Art, den sich viele Zuschauer in Dillingen erhofft hatten, gab es am Ende nicht. Der dreifache Olympiasieger und mehrfache Weltmeister Sergej Charkov hätte ihn am Samstag mit seinen 47 Jahren als ältester Turner der Bundesligageschichte aufstellen können. «Er hatte sich eingeturnt, aber ein bisschen am Brustmuskel gezerrt. Wir haben dann gesagt, es macht keinen Sinn, bevor er sich noch ernsthaft verletzt», bedauerte Michels. Natürlich seien einige Fans da gewesen, die ihn hätten sehen wollen. «Das ist natürlich schade, aber er wird sicher noch in der laufenden Saison seinen Einsatz bekommen», versprach er. Denn aufgeschoben sei nicht aufgehoben.

Auch Meister KTV Straubenhardt ließ beim Auftakt vor eigenem Publikum nichts anbrennen. Die Schwarzwälder gewannen mit 42:27 gegen die KTV Obere Lahn. Trotzdem war die Freude auf den Hügeln über dem Rheintal getrübt. «Wir hatten und haben mit großen Verletzungsproblemen zu kämpfen», räumte Dirk Walterspacher «Lukas Herrmann ist umgeknickt und hat nur ein Gerät geturnt». Auch Marcel Nguyen plagten starke Schulterprobleme, weswegen der 30-Jährige auf einen Einsatz an den Ringen verzichtete. «Und jetzt haben wir noch die Hiobsbotschaft bekommen, dass auch unser Franzose Zachari Hrimèche sich verletzt hat. Da soll ein MRT im Laufe des Montags Klarheit schaffen», erklärte Walterspacher.

Die KTV Obere Lahn kümmerte all das wenig. Die Hessen boten dem Meister beim Auftakt am Boden Paroli und zogen an Pauschenpferd und Ringen sogar an Straubenhardt vorbei. Wie ein Schweizer Uhrwerk spulten sie ihr Programm ab, leisteten sich am Ende nur einen einzigen größeren Fehler in 24 Übungen. Lukas Dauser konnte sein Comeback an Pauschenpferd und Barren feiern, zwei Scorepunkte belegten, dass der 24-jährige seit seinem Kreuzbandriss im Juni 2017 noch nichts verlernt hat. Doch nach der Pause konnten auch sie sich nicht mehr der geballten Kraft und Technik eines David Belyavskiy entziehen, der insgesamt 21 Scorepunkte sammeln konnte und so zum allesüberragenden Turner des Tages wurde. Zum Glück für Straubenhardt, denn Belyavskiys Einsatz hatte wegen der unklaren Visa-Frage lange auf der Kippe gestanden.

Einen Auswärtserfolg feierte dagegen die Siegerländer KV, die mit 44:38 beim KTT Heilbronn die Oberhand behielt. Und das ohne ihren beim American Cup in Chicago startenden Mehrkampfspezialisten Philipp Herder und den kurzfristig erkrankten Eric-Lloyd Hinrichs, der bei den Siegerländern an drei Geräten als wichtige Stütze gilt. Zu allem Überfluss konnte auch der Flug des Briten Courtney Tulloch in London wegen der Wetterbedingungen nicht starten. «Das geht natürlich schon ein bisschen an die Nerven. Da mussten wir uns schon Gedanken machen, wie wir die einzelnen Geräte besetzen können», erzählte Siegerlands Bernd Krombach von einem Nachmittag der besonderen Art. Doch am Ende lief doch noch alles glatt. «Eineinhalb Stunden vor dem Wettkampf wussten wir dann, dass er tatsächlich kommt», sagte er.

Vielleicht waren es dann auch genau die sieben Scorepunkte von Tulloch, die den Ausschlag für den ersten Auswärtssieg der Saison gaben. Im Kollektiv und mit ihren Topscorern Nico Ermert (9) und Sebastian Bock (8) jedenfalls hatten die Siegerländer, mit Ausnahme von Sprung und Barren, immer einen Tick die Nase vorn.

«Wir sind am Anfang ganz einfach ins offene Messer der Erfahrung gerannt», analysierte Heilbronns Taktikcoach Rainer Arnold Stunden nach dem Wettkampf die Anfangsphase an Boden und Pauschenpferd. «Siegerland ist da ganz entspannt reingegangen, während wir mit unserer jungen Truppe doch nervös waren und zu viele Fehler gemacht haben, die uns dann auf die Füße gefallen sind», erklärte er.

Vor allem für die beiden Neuzugänge Valentin Starikov und Jakob Hofmann sei der Einstand alles andere als einfach gewesen. «Jakob lag bis Donnerstag noch mit Grippe flach und musste deshalb angeschlagen in seinen ersten Bundesligawettkampf gehen. Und bei Valentin hatte es große Probleme mit dem Visum gegeben. Er konnte deshalb erst am Samstagmorgen von Moskau nach Stuttgart fliegen, wo ich ihn am Flughafen abgeholt und direkt zur Römerhalle gefahren habe. Er war durch die Aufregung mit dem Visum und der Reise müde und kannte unser Wettkampfsystem nur Hörensagen. Das war erstmal alles neu für ihn», erzählt Arnold.

Der KTT-Coach versuchte in der Pause, das Ruder noch einmal zugunsten der Schwaben herumzureißen. «In meiner Halbzeitansprache habe ich tief in die Plattitüden Kiste gegriffen, um zu zeigen, dass das Ding noch nicht verloren war und erst am Ende abgerechnet wird», schmunzelt Arnold. Die Entscheidung viel wie so oft am Königsgerät Reck. Valentin Starikov verkürzte da zunächst auf 35:36, ehe Carlo Hörr sein Team mit einem Dreier zum 38:36 erstmals an diesem Abend sogar in Führung brachte. Am Ende jedoch konnten Fabian Geyer und Jakob Hofmann den hauchdünnen Vorsprung des KTT Heilbronn nicht über die Ziellinie retten.

Die Partie TV Schwäbisch Gmünd-Wetzgau gegen SC Cottbus wurde verschoben und findet erst am 30. Juni statt.
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1. Bundesliga Männer

VereinWKGPDiffPkt
1KTV Straubenhardt760:24+3610:4
2KTV Obere Lahn757:27+3010:4
3SC Cottbus747:37+1010:4
4TG Saar750:34+168:6
5Siegerländer KV740:44-48:6
6TV Schwäbisch Gmünd-Wetzgau745:39+66:8
7KTT Heilbronn720:64-442:12
8MTV Stuttgart717:67-502:12

1. Bundesliga Frauen

MannschaftPktGPZ
1.MTV Stuttgart52:4774,35
2.TSV Tittmoning46:10767,45
3.TG Karlsruhe-Söllingen36:20747,95
4.TZ DSHS Köln32:24736,50
5.TG Mannheim22:34715,15
6.SSV Ulm16:40706,50
7.TSG Steglitz14:42703,05
8.Dresdner SC6:50695,60