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12.03.18 / Männer

Straubenhardt und Siegerland Kopf-an-Kopf an der Bundesligaspitze

Meister KTV Straubenhardt und die Siegerländer KV liefern sich an der Spitze der Bundesliga schon nach dem zweiten Wettkampftag ein spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen. Während die Siegerländer schon am Samstag mit einem souveränen 61:18 Sieg gegen den TV Schwäbisch Gmünd-Wetzgau vorgelegt hatten, zogen die Nordschwarzwälder am Sonntag mit einem 53:18-Auswärtserfolg beim MTV Stuttgart nach. «Dass es so ein deutliches Ergebnis werden würde, war nicht selbstverständlich. Denn kurzfristig musste bei uns noch Nils Dunkel passen, der Probleme mit der berühmt berüchtigten Spinatussehne in der Schulter hatte. Da kriegt man als sportlicher Leiter schon mal kurz Panik», räumte Dirk Walterspacher später ein.

Walterspachers Lösung: Lucas Herrmann musste drei Geräte draufpacken und auch Andreas Bretschneider stemmte seinen ersten Sechskampf seit seinen beiden OPs im Dezember 2016 und Januar 2017. Der Plan der KTV ging auf. Allein 16 Scorepunkte sammelte der Chemnitzer für den Meister ein, 14 weitere wuppte sein Kumpel Marcel Nguyen. «Als wir dann gesehen haben, wen Stuttgart überhaupt noch ans Gerät bringen konnte, war uns allerdings schnell klar, dass die Gefahr weitgehend gebannt war», sagte Walterspacher. Denn in Anbetracht der Ausfälle von Sebastian Krimmer und Felix Pohl war Stuttgarts Russe Alexey Rostov der einzige, der der übermächtigen KTV noch zahlenmäßig etwas entgegenzusetzen hatte. Straubenhardt konnte den verletzungsbedingten Ausfall seines Sprung- und Bodenspezialisten Zachari Hriméche dagegen über die gesamte Distanz offenbar gut verkraften.

Vom Erfolg in der Landeshauptstadt will sich Walterspacher jedoch nicht blenden lassen. Die Situation in Straubenhardt sei trotz Tabellenführung weiterhin angespannt. «In drei Wochen kommt der Siegerländer KV, das wird die Stunde der Wahrheit», glaubt er. Denn deutsche Meister von 1978 und 1979 gewann am Wochenende seinen Heimwettkampf ebenfalls per Kantersieg.

Überragender Turner für die Siegerländer war am Samstag der Kubaner Manrique Larduet Bicet, der allein 18 Scorepunkte einsammelte. Philipp Herder steuerte 14 weitere Zähler bei, sein Teamkollege Sebastian Bock noch einmal elf. Ohne den am Meniskus verletzten Andreas Toba blieb der Gegner TV Schwäbisch Gmünd-Wetzgau ohne jede Siegchance. «Es war klar, dass wir mit unserer Mannschaft nicht die Stärke haben, um ernsthaft dagegenzuhalten. Zu meiner Überraschung hatte Siegerland aber eine sehr kompakte Mannschaft, da hätten wir wohl auch in unserer stärksten Besetzung kämpfen müssen», räumte TV-Trainer Paul Schneider ein. Das Ziel, wenigstens einige Gerätpunkte mit nach Hause zu nehmen, erreichte sein Team nicht. Den Coach der Schwaben beeindruckte insbesondere Siegerlands Stärke auf der dritten und vierten Position. «Siegerland hat einen fast perfekten Wettkampf geturnt», geht für Schneider die Niederlage am Ende in Ordnung. Denn sein Team konnte lediglich am Sprung (6:6) einen einzigen Gerätpunkt ergattern. «Wenn Siegerland so in dieser Sicherheit und Konstellation weiterturnt, dann könnten sie ein Finalkandidat sein», ist Schneider sich nun sicher.

Für Straubenhardts sportlichen Leiter Walterspacher, für den neben Dunkel nach dem DTB-Pokal am kommenden Wochenende auch ein Einsatz des an der Schulter angeschlagenen Marcel Nguyen längst noch nicht gesichert ist, ist somit eines klar: «Wenn wir dann auch noch ohne den Russen David Belyavskiy an Boden und Sprung turnen müssten, dann kriegen wir gegen Siegerland auf die Mütze», befürchtet er. Und in Russland, das hat Walterspacher ermittelt, findet eine Woche nach der Bundesliga ein wichtiger nationaler Wettkampf statt. Grünes Licht von Belyavskiis Zusage steht nach wie vor aus.

Zurück ins Finalrennen hat sich die KTV Obere Lahn bei ihrer Heimpremiere befördert. Die Hessen stürzten am Samstag den Tabellenführer TG Saar am Samstagabend in Biedenkopf mit 40:21. «Ich hätte im Vorfeld nie geglaubt, dass es in dieser Deutlichkeit etwas werden kann. Gehofft habe ich, aber eigentlich hatte ich die TG Saar vorne gesehen», räumte Albert Wiemers freimütig ein. Tatsächlich hatte der Vizemeister von der Saar auch nach zwei Geräten mit sechs Punkten vorne gelegen. Danach jedoch hatte der Ex-Klub von Fabian Hambüchen eine famose Aufholjagd gestartet. «Die ersten drei Geräte sind in etwa so eingetreten, wie wir sie erwartet haben. Aber dann nahm das Schicksal seinen Lauf», erinnerte Wiemers. Und natürlich sei man auch nicht traurig gewesen, dass die TG Saar sich in der zweiten Wettkampfhälfte viele Fehler geleistet habe.

«Wir konnte die Fehlerquote leider nicht so stark minimieren, dass es gereicht hätte, um die Obere Lahn so schwer in Bedrängnis zu bringen, dass wir den Wettkampf hätten gewinnen können», räumte auch Thorsten Michels von der TG Saar ein. «Wir müssen daher neidlos anerkennen, dass sie in diesem Wettkampf einfach besser waren».

Für die Hessen konnten Neuzugang Artur Davtyan (9), Nick Klessing (8) und Andrey Likhovitskiy (6) mit einer kompakten Mannschaftsleistung allesamt prominent punkten. «Die waren in der Breite an diesem Tag hervorragend besetzt, während unser Ausländerduo nicht so stark war wie ein Nikita Nagornyy oder ein Oleg Verniaiev. Wenn man sieht, dass wir auf dieser Position nur zwei Duelle gewonnen haben, dann ist das auch nicht unbedingt erfolgsversprechend», sagte Michels. Des Einen Leid, des Andern Freud: «Das führte am Ende dazu, dass wir nach Scorepunkten ganz deutlich gewonnen haben», erklärte sein Kollege Wiemers bei der KTV. Für die Saarländer blieb da nur das Trostpflaster, in Waldemar Eichhorn (10 Punkte) wenigstens den Topscorer der Partie stellen zu können.

Ausgelassen feiern durfte auch der SC Cottbus. Die Lausitzer erreichten ihr Ziel, zur anschließenden 25-Jahrfeier des Klubs den ersten Heimsieg der Saison mitzubringen. Mit 57:28 Punkten viel der gegen das KTT Heilbronn sogar ziemlich deutlich aus, zu deutlich für den Geschmack von Heilbronns Taktiktrainer Rainer Arnold: «Mit dem Ergebnis können wir nicht zufrieden sein, wir haben uns aber für die Voraussetzungen dennoch relativ gut verkauft. Jetzt hat die Liga zwei Wochen Pause, ehe wir dann auswärts beim TV Wetzgau antreten. In dieser Zeit werden wir im Training alles in die Waagschale werfen, um dann den ersten Sieg verbuchen zu können», sagte er. Am Ergebnis konnten in der Lausitz auch die dreizehn Scorepunkte von Heilbronns Carlo Hörr und zwölf weitere des Russen Valentin Starikov nichts ändern. Denn bester Turner des Nachmittags war mit fünfzehn Zählern selbstredend ein Cottbuser: Leonard Prügel.
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1. Bundesliga Männer

VereinWKGPDiffPkt
1KTV Straubenhardt760:24+3610:4
2KTV Obere Lahn757:27+3010:4
3SC Cottbus747:37+1010:4
4TG Saar750:34+168:6
5Siegerländer KV740:44-48:6
6TV Schwäbisch Gmünd-Wetzgau745:39+66:8
7KTT Heilbronn720:64-442:12
8MTV Stuttgart717:67-502:12

1. Bundesliga Frauen

MannschaftPktGPZ
1.MTV Stuttgart52:4774,35
2.TSV Tittmoning46:10767,45
3.TG Karlsruhe-Söllingen36:20747,95
4.TZ DSHS Köln32:24736,50
5.TG Mannheim22:34715,15
6.SSV Ulm16:40706,50
7.TSG Steglitz14:42703,05
8.Dresdner SC6:50695,60