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17.03.18 / Männer

Bretschneiders Kampf im Mehrkampf

Es war die Rückmeldung des Andreas Bretschneider auf dem internationalem Mehrkampfparkett. Es wurde ein Kampf im Mehrkampf. Denn was am Boden noch recht souverän begann, entwickelt sich spätestens an den Ringen zur turnerischen Herausforderung für den Rückkehrer von der KTV Straubenhardt. Mit schmerzverzerrtem Gesicht und sichtbar unzufrieden mit dem Gang der Dinge verlies der 28-Jährige Chemnitzer dort nach seiner Übung das Gerät. Bereits am Pauschenpferd hatte er zu kämpfen gehabt. Ursache: Schmerzen in der operierten Schulter. «Ich hoffe nur, dass es nicht ein neuer Riss ist, sondern nur die Muskulatur auf die Belastung reagiert hat», sagte er nach dem Wettkampf mit ein paar Sorgenfalten auf der Stirn.

Dass ein Bretschneider auch mit Schmerzen und ohne seinen «Bretschneider» am Reck zu überzeugen vermag, belegten die 14,533 Punkte, mit denen er zum Abschluss den Deckel auf seinen dritten Mehrkampf nach der langen Verletzungspause machte. Die zweitbeste Wertung im Achterfeld, die 81,065 Punkte bedeuteten am Ende Rang sieben im Feld der Mehrkampfkönige. «Das ist auch ungefähr da, wo ich heute hinwollte», betonte er. Dass er aber nicht das medaillenverdächtige Reck, sondern trotz aller Probleme weiter den Sechskampf in den Fokus seiner Bemühungen stellt, liegt im neuen Olympiamodus begründet. Für Tokio 2020 heisst es nämlich vier statt sechs Turner pro Riege. Da wäre ein Einzelkämpfer für Cheftrainer Andreas Hirsch ein Luxus, den dieser sich weder leisten kann noch will.

Von den 85,732 Punkten seines KTV-Kollegen David Belyavskiy trennen Bretschneider freilich (noch) Turnwelten, insbesondere auf diesem hohen Niveau, wo jeder kleinste Fehler große Auswirkungen hat. Der strahlende Russe nahm die Siegprämie in Höhe von 12 000 Schweizer Franken natürlich trotzdem dankend an. Ob der aber im Duell der beiden Tabellenführer Siegerland und Straubenhardt für die Schwarzwälder an Bretschneiders Seite turnen wird, war zumindest am Freitag noch offen. Die Mühlen des russischen Verbands arbeiten langsam. Bretschneider, der Anfang der Woche nach Doha zum Einzelweltcup fliegt, will da in jedem Fall dabei sein. In Katar dagegen wird er die Herausforderung an Reck und am Boden suchen.

Ebenfalls sein Sechskampf-Comeback hatte Marcel Nguyen gegeben. Seine Mehrkampfstärken sind nach wie vor die Ringe und der Barren. Gleich geblieben sind aber auch seine Problemzonen: am Pauschenpferd ließ Nguyen richtig Federn, verlor mehr als einen Punkt. «Klar ist, dass ich am Pferd unbedingt besser werden muss», räumte er ein. Mit 81,966 Punkten landete als bester Deutscher auf dem sechsten Rang.
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