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30.03.18 / Männer

Viele Clubs gehen mit Verletzungssorgen in den dritten Wettkampftag

Im Schatten des alles überstrahlenden Gipfelduells zwischen KTV Straubenhardt und Siegerländer KV feiert Andreas Toba am Samstag mit dem TV Schwäbisch Gmünd-Wetzgau sein Comeback in der Bundesliga. «Ja, er wird mit dabei sein», bestätigte Trainer Paul Schneider der DTL am Karfreitag. Für Toba ist es der erste Wettkampf in der ersten Bundesliga seit dem DTL-Finale 5. Dezember 2015. Dazwischen liegt eine lange Leidensgeschichte des Hannoveraners und zwei Auftritte in der 2. Liga Nord. Am 14. Februar diesen Jahres verletzte sich der «Hero de Janeiro» dann erneut am Knie.

«Er wird am Samstag drei oder vier Geräte turnen», verriet Schneider weiter. Wie die Taktik der Schwaben im Derby gegen KTT Heilbronn aber genau aussehen wird, wollte er natürlich nicht verraten. Nur so viel: «Wir sind gut vorbereitet. Wir haben den Gegner genau analysiert und unsere Schlüsse gezogen. Wir wollen den Kampf für uns entscheiden», sagte er, der trotz der Feiertage mit einer vollen Halle rechnet. Denn für die Schwäbisch Gmünd-Wetzgau fängt die Saison mit Tobas Rückkehr erst richtig an. «Wir haben jetzt genug gelitten», meint Schneider.

Sein Pendant Rainer Arnold warnte seine Mannschaft dagegen, sich nicht allzu sehr auf den Olympiahelden zu fokussieren. «Wetzgau ist nicht nur Andreas Toba», sagte er. Denn mit Helge Liebrich habe der Aufsteiger einen ganz erfahrenen Mann in seinen Reihen. Und mit Glenn Trebing zudem ein Top-Talent an den Geräten. «Und die anderen Athleten sowie ausländischen Gastturner sind auch nicht ohne», hat der Heilbronner Taktikcoach analysiert.

Dennoch sieht man sich in Heilbronn nicht als Außenseiter im Schwabenderby. «Die Jungs sind alle soweit gesund und heiß auf dieses Duell», weiß Arnold. Und Schließlich turnt in Carlo Hörr einer der beiden Topscorer der Liga in Reihen des KTT. «Wir werden erst mal auf uns schauen, dass wir fehlerfrei durchkommen. Das wäre schon optimal. Die Taktik überlasse ich Rainer Arnold, da bin ich komplett raus. Der wird uns dann auch vorgeben was wir jetzt anpeilen werden», sagte Hörr. Der hat sich schon längst einen Masterplan zurechtgelegt. «Da wir beim Heimkampf in einer Woche gegen den deutschen Meister Straubenhardt als Außenseiter an die Geräte gehen, ist es unser Ziel, in Wetzgau erstmal möglichst viele Gerätepunkte zu holen. Und im Idealfall auch die Lücke zu finden, um den ersten Sieg einzufahren», hat Arnold als Zielrichtung für den Wettkampf vorgegeben.

Auf dem ungewohnten letzten Tabellenplatz rangiert der MTV Stuttgart nach zwei Wettkampftagen. Wie schon in der vergangenen Saison, ist den Schwaben auch in diesem Jahr das Verletzungspech förmlich an den Fersen. Neben dem Dauerverletzten Kapitän Sebastian Krimmer trifft die Schwaben seit dem DTB-Pokal auch der Ausfall von Gastturner Alexey Rostov. «Es ist echt zum Davonlaufen, wir sind sowas vom Pech verfolgt, es kann eigentlich nur noch besser werden», hofft Krimmer. Große Hoffnungen liegen nun auf Neuzugang Lewis Immerhin konnte noch Artur Dalaloyan für den Wettkampf gewonnen werden. «Es wird leider mein letztes Treffen mit Stuttgart in dieser Saison sein», bedauerte der 21 Jahre alte Russe am Freitag.

Umso genauer wird man in dieser Partie, die aufgrund eines Volleyballspiels in der Scharrena in die Karl-Euerle-Halle nach Backnang verlegt werden musste, das Bundesligadebüt von Lewis Trebing beobachten. Der 18-jährige Juniorennationalturner ist seit Anfang der Saison Teammitglied.

Wie die derzeit meisten Clubs hat auch die KTV Obere Lahn Verletzungssorgen. Die Mittelhessen müssen auf den Ringe-Europameister der Junioren, Nick Klessing, verzichten. Der 20 Jahre alte Hallenser verletzte sich Anfang der Woche am Fuß. «Er wird ausfallen», bestätigte Albert Wiemers von der KTV. Dort muss man nun taktisch umplanen. Denn an einen eindeutigen Wettkampf, wie die meisten ihn prognostiziert hätten, mag Wiemers unter diesen Umständen nicht mehr glauben. «Klar, wir kriegen das schon aufgefangen. Allerdings natürlich nicht in der gleichen Qualität», erklärte er.

Ein Knackpunkt des Duells könnten nach Klessings Ausfall die Ringe werden. «Ich hatte damit gerechnet, dass wir gerade an den Ringen ein gute Rolle spielen werden. Das hat sich nun komplett umgedreht», vermutet der KTV-Coach. Man müsse sehen, wie man durch die erste Hälfte komme. Könne man da einigermaßen mithalten, dann bestünde Hoffnung. «Ich glaube aber nicht, dass das ein Spaziergang für uns wird. Ganz im Gegenteil. Ich könnte mir vorstellen, dass es sogar eine richtig spannende Geschichte wird», betonte Wiemers.

Bei der TG Saar ist ein Punktverlust gegen den Rekordmeister SC Cottbus vor eigenem Publikum keine Option. «Wir wollen mit einem Heimsieg wieder in die Spur kommen. Die Marschroute lautet, die Niederlage gegen die KTV Ober Lahn vergessen zu machen. Eigentlich ist das ein Pflichtsieg», sagte Torsten Michels. Grund für Nervosität sieht man aber beim Dauerfinalisten noch nicht. Ein bloßer Ausrutscher sei die 21:40-Pleite in Biedenkopf zwar nicht gewesen, schließlich habe man gegen ein starkes Team verloren. «Aber wir waren am Ergebnis auch nicht ganz unbeteiligt», sagte Michels.

Sein Team warnte er jedoch vor den Lausitzern, die in diesem Jahr ihr 25-jähriges Bestehen feiern. «Cottbus ist eine Mannschaft, die man nicht unterschätzen darf. Die haben in diesem Jahr das Ziel ausgegeben, nach sechs Jahren Abstinenz wieder das Finale zu erreichen. Die sind selbstbewusst genug, zu sagen, wir können das schaffen und das Potenzial dazu ist definitiv da», glaubt er. Wie viele andere Clubs derzeit müssen auch die Saarländer einen verletzungsbedingten Nackenschlag wegstecken. Neben dem (noch langfristig) verletzten Oleg Verniaiev fällt nun auch der zweite Ukrainer in Reihen der TG mehrere Wochen aus. «Petro Pakhniuk hat sich beim DTB-Pokal in Stuttgart die Außenbänder im Fuß gerissen», berichtet Michels. Das bedeute mindestens sechs bis acht Wochen Pause.

Olympiasieger Sergej Charkov fiebert daher nach wie vor seinem Rekordcomeback als ältester Turner der Liga entgegen. «Er ist sehr fleißig im Training und er war sogar heute in der Halle und hat selbst die Ringe mit aufgebaut», erzählte Michels. Auch die Zerrung im Brustmuskel sei deutlich besser geworden. «Wir werden wie immer kurzfristig entscheiden, ob er seinen Einsatz bekommt. Aber es könnte gut sein, dass es morgen soweit ist», sagte Michels.

Der Gegner aus der Lausitz hat sich vor dem dritten Wettkampftag noch einmal verstärkt. Neu im Kader der Rot-Weißen ist ein Grün-Gelb-Blauer: der Brasilianer Francisco Barretto Junior. Ob der Fünfte der Olympischen Spiele von Rio 2016 am Reck allerdings gegen die TG Saar tatsächlich schon an die Geräte kann oder wie sein Teamkollege Artur Zanetti (KTV Straubenhardt) von einer Sperre des brasilianischen Turnverbands gestoppt wurde, war bis zum Freitagabend nicht endgültig zu klären.
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1. Bundesliga Männer

VereinWKGPDiffPkt
1KTV Straubenhardt332:4+286:0
2TG Saar328:8+206:0
3TV Schwäbisch Gmünd-Wetzgau323:13+104:2
4SC Cottbus314:22-84:2
5Siegerländer KV312:24-122:4
6TSV Pfuhl39:27-182:4
7TuS Vinnhorst317:19-20:6
8StTV Singen39:27-180:6

1. Bundesliga Frauen

MannschaftPktGPZ
1.MTV Stuttgart28:0404,50
2.TG Karlsruhe-Söllingen22:6387,25
3.TSV Tittmoning20:8381,95
4.SSV Ulm14:14373,00
5.TG Mannheim14:14369,80
6.TZ DSHS Köln8:20358,20
7.KTG Hannover6:22360,95
8.TSG Steglitz0:28314,40