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09.09.18 / Männer

TG Saar befreit sich aus der Abstiegszone

Vizemeister TG Saar hat sich mit einem Befreiungsschlag gegen das KTT Heilbronn aus der Abstiegszone befördert. Die Saarländer, die erstmals in dieser Saison wieder von ihrem ukrainischen Mehrkampfstar Oleg Verniaiev angeführt wurden, turnten sich mit einem 73:16-Kantersieg ihren ganzen Frust aus der Hinserie von der Seele. Der Ukrainer, der an vier Geräten an den Start ging, war auf Anhieb mit 18 Scorepunkten wieder bester Punktelieferant der TG.

Die Gegenwehr der Gäste aus Heilbronn hielt sich an diesem Tag in Grenzen, hatten sie doch mit Carlo Hörr, Stefan Payer, Fabian Geyer und Jakob Hofmann nur vier Stammturner am Start. Unterstützt wurden die von den beiden Nachwuchssportlern Jonas Schaaf und Fabian Späth, die jedoch nicht zum Einsatz kamen. «Dass diese beiden Jungs mitgefahren sind, hat mich besonders gefreut. Obwohl sie wussten, dass sie nur als Backups dabei sind, wollten sie unbedingt dabei sein, um unsere vier Sechskämpfer zu unterstützen. Das nenne ich einen super Teamspirit», sagte Trainer Kai Werner, der den aus persönlichen Gründen verhinderten Rainer Arnold vertrat.

Allem Teamspirit zum Trotz lagen die Schwaben allerdings schon nach drei Geräten mit 39:6 Scorepunkten zurück. Lediglich am Boden hatten Carlo Hörr und Fabian Geyer bis dahin zwei Duelle für sich entscheiden können. Einen Gerätepunkt konnten die Gäste dann aber doch noch ergattern. Am Sprung erturnten Hörr und Geyer zwei bzw. drei Punkte, mit denen sie an diesem Gerät ein Unentschieden sicherten. «Den einen Gerätpunkt hätten wir zwar auch noch gewinnen können», fand Thorsten Michels vom Gastgeber TG Saar. Doch am Sprung hatte Oleg Verniaiev zum ersten Mal seit seiner Verletzungspause den Dragulesco gezeigt, allerdings nur mit anschließender leichter Sicherheitslandung. «Das verzeiht man dann aber gerne», betonte Michels.

Auf den Einsatz der «Geheimwaffe» Sergej Charkov an den Ringen warteten die Heimfans in der Sporthalle Dillingen allerdings weiter vergeblich. «Eigentlich wollten wir ihn zum Einsatz bringen. Das war auch so abgesprochen. «Aber Eugen Spiridonov war nach seinem Absteiger am Pauschenpferd sehr unzufrieden mit sich und daher der Meinung, er müsse unbedingt Ringe turnen, um noch einmal einen rauszuhauen», berichtet Michels. Zurück blieb ein enttäuschter, aber verständnisvoller Olympiasieger Charkov, der immer noch darauf wartet, mit 47 Jahren endlich zum ältesten aktiven Turner der Ligageschichte zu werden.

Die Übermacht der TG Saar wurde im Verlauf des Wettkampfs dann so groß, dass KTT-Trainer Werner sich am Ende in die Welt der Asterix-Comics versetzt sah. «Unsere vier Gallier haben sich gegen die gegnerische Übermacht mit einer großartigen Einstellung mehr als Wacker geschlagen», sagt er. Denn ihre Übungen hätten seine Jungs wesentlich stabiler geturnt als in der ersten Saisonhälfte. «Das ist das, was wir erreichen wollten. Insofern können wir trotz der hohen Niederlage zufrieden auf den Wettkampf zurückblicken». Besonders erwähnenswert fand Werner auch das faire Publikum in der gut besetzten Halle «Das hat nicht nur für das eigene Team, sondern auch für uns Stimmung gemacht hat», berichtete er.

Die Vorentscheidung, ob die TG Saar in allerletzter Sekunde noch auf Zug zum kleinen Finale von Ludwigsburg springen kann, wird im Duell beim TV Schwäbisch Gmünd-Wetzgau am 10. November fallen. «Wenn wir ins kleine Finale wollen, dann müssen wir diesen Wettkampf gewinnen», sieht Michels keine andere Option. Doch selbst wenn dieses Vorhaben gelänge, steht eine Woche später ausgerechnet Meister KTV Straubenhardt vor der Tür. «Wir werden in beiden Duellen volle Kanne geben, wir haben nichts mehr zu verlieren. Da heißt es dann Hop oder Top», versprach er.

In Heilbronn dagegen gastiert zunächst der wiedererstarkte MTV Stuttgart in der Römerhalle. Nur mit einem Sieg kann sich das KTT vor eigenem Publikum noch eine kleine Chance auf den Klassenerhalt wahren. Eine Niederlage dagegen würde nach dem Stuttgarter Heimerfolg gegen Siegerland endgültig das vorläufige Ende des Heilbronner Bundesliga-Abenteuers einläuten.
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