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09.09.18 / Männer

KTV Obere Lahn ist auch ohne Dauser-Sechskampf kaum zu stoppen

Das Duell der KTV Oberen Lahn gegen den Rekordmeister SC Cottbus hatte am Samstag eigentlich auch das Sechskampf-Comeback des Lukas Dauser werden sollen. Am Ende des Abends konnte der Vize-Europameister von 2017 zwar nur sein Leistungsvermögen an vier Geräten unter Beweis stellen, der Freude der rund 750 Zuschauer über den 49:26-Erfolg der Hessen gegen die Lausitzer tat das keinen Abbruch. «Ich bin am Freitagabend beim Abschlusstraining ein bisschen blöd gelandet, nachdem ich die Stange am Reck nicht fassen konnte. Danach hat meine Muskulatur in der Kniekehle zugemacht. Wir haben beschlossen, Sprung und Boden rauszulassen. Es war eine reine Vorsichtsmaßnahme», lieferte Dauser nach der Partie die Gründe für die zwei verpassten Geräte.

«Ich denke, es war auch eine vernünftige Entscheidung. Und die anderen Turner haben es ja gut aufgefangen», fand auch KTV-Coach Albert Wiemers. Die gewannen mit Fabian Hambüchen als Co-Trainer und zusätzlichen Motivator an der Matte zum Auftakt den Boden mit 9:4, um dann am Pauschenpferd ein 11:0 nachzulegen. Allen voran der Weißrusse Andrey Likhovitskiy, der an diesem Abend insgesamt 11 Scorepunkte einsammelte. Auch die Ringe gingen anschließend an die Gastgeber aus Biedenkopf, wenngleich nur knapp.

Nach der Pause konnte der SC Cottbus das Geschehen etwas mehr unter Kontrolle bringen. Dennoch musste die KTV nur am Barren (8:9) Federn lassen, da nützten auch die fünf Punkte von Dausers WM-Übung nichts. «Wir können aber sehr zufrieden sein. Von 24 Übungen sind 22 durchgelaufen. Und die zum größten Teil sogar gut», freute der sich über die Vorstellung seiner Mannschaft. Die Überlegenheit dokumentierte sich am Ende auch in der Topscorer-Liste. Mit Andrey Likhovitskiy sowie Viet Thao Hoang (10), Artur Davtyan und Fabian Lotz (je 9) ließen für die Gäste da nur Raum für den mit Abstand besten SCC-Scorer, Igor Radivilov, der wie Likhovitskiy 11 Punkte auf das Konto seiner Riege buchte.

Dauser schaffte den Sprung unter die Top-Five dieser Liste an diesem Abend zwar nicht, mit seiner eigenen Vorstellung konnte der 25-Jährige dennoch ganz gut leben. «Die Barrenübung lief schonmal sehr gut. Da war ich auch richtig zufrieden», erklärte er. Auch am Pauschenpferd und den Ringen gab es eigentlich wenig zu bemängeln. «Und mit dem Reck – eigentlich auch. Mein neues Element hat funktioniert, beim Kovac hab ich dann die Stange leicht verfehlt, was natürlich ein bisschen schade war», räumt er ein.

Der Teamgeist hat in der ganzen Aufregung um den Bundesliga-Rückzug der Biedenkopfer nach Ansicht Dausers überhaupt nicht gelitten, dessen war sich sich der Sportsoldat sicher. Die Stimmung sei ganz im Gegenteil großartig gewesen und von einer Jetzt-Erst-Recht-Mentalität geprägt. «Unter den Turnern ist alles klar. Wir wollen nochmal das Maximale rausholen, da lassen wir uns auch nicht unterkriegen», versprach er. Am liebsten noch einmal im großen Finale am 1. Dezember in Ludwigsburg. «Da haben wir am Samstag einen großen Schritt gemacht», sagte er.
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