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31.10.18 / Turnen International

Knapper geht's nicht: Dalaloyan schlägt Xiao

Bei den Turn-Weltmeisterschaften in Doha/Katar jagt ein Turn-Krimi den anderen. Artur Dalaloyan vom MTV Stuttgart wurde in einem an Spannung kaum noch zu überbietenden Finale neuer Mehrkampfweltmeister und damit erster russischer Titelträger seit 19 Jahren. «Nach der Silbermedaille im Teamwettkampf hatte ich heute noch mehr Ehrgeiz, mich zu beweisen. Ich habe alles gegeben, auch, um meine Fehler wieder auszubügeln. Ich wollte alles ruhig und stabil und somit meine gesamte Arbeit zeigen», sagte er.

Mit 87,598 Punkten gewann der 22 Jahre alte Russe so am Mittwoch im Aspire Dome das Mehrkampffinale der Männer vor dem punktgleichen Chinesen Xiao Ruoteng (CHN), der aufgrund der Tiebreak-Regelung aber auf Rang zwei gesetzt wurde. Die Tiebreak-Regelung besagt, dass bei einem Gleichstand im Sechskampf bei jedem Turner das schlechteste Gerät gestrichen wird. Sieger ist, wer in seinen jeweils verbleibenden fünf Geräten die bessere Gesamtwertung erzielt hat. Für Dalaloyan war es trotz Punktgleichheit ein makelloser Sieg. «Ich habe bei ihm die zwei auf der Anzeigentafel gesehen. Das hat mich sehr glücklich gemacht. Trotz der gleichen Punktzahl bin ich heute der Sieger. Wie kann kann man über einen Sieg nicht glücklich sein?», fragte er. Unbeschadet davon wurde der Russe Nikita Nagornyy (86,331) von der TG Saar Dritter, der sich mit etwas mehr als einem Punkt Rückstand den Bronzerang sicherte.

Die beiden verbliebenen deutschen Turner haben am Mittwoch im Mehrkampffinale ein Debakel erlebt. Lukas Dauser (KTV Obere Lahn) wurde in seinem ersten WM-Mehrkampffinale mit 76,730 Punkten am Ende Letzter, Marcel Nguyen (KTV Straubenhardt) landete als ältester Turner im Starterfeld mit 79,132 Zählern auf Rang 20. Bereits der Auftakt der beiden deutschen Hoffnungsträger misslang gründlich. Nguyen bekam seinen Sprung (12,833/D:5,2) bei der Landung nicht unter Kontrolle und landete im Rückwärtsgang am Ende sogar auf dem Hosenboden. Auch Dauser hatte bei seinem Einstieg an den Ringen (12,166/D: 4,7) große Probleme und kämpfte sich sichtbar durch die Übung.

«Ich weiß ja wie es ist, auf der anderen Seite zu stehen. Mir war aber schon im Vorfeld klar, mit der Vorbereitung und mit dem Programm das ich habe, dass ich die WM nur machen kann, um der Mannschaft zu helfen. Dass im Mehrkampf nicht mehr viel drin ist, ist mir schon klar gewesen. Ich habe mir keine Hoffnungen gemacht, bin ohne Erwartungen rein und wollte den Wettkampf ein bisschen genießen», sagte der zweifache Olympiamedaillengewinner. «Es war ein bisschen ein gebrauchter Tag», fand auch Dauser, der auch am Barren in schwere Turbulenzen geriet. «Nach guten fünf Elementen habe ich mir beim 'Makuts' auf den Finger gegriffen und war kurz von der Rolle. Da habe ich drei Punkte verloren, das war sehr ärgerlich», sagte der ehemalige Vize-Europameister.

Die Deutsche Turnliga wurde aber nicht nur durch die beiden deutschen Teilnehmer im Mehrkampffinale vertreten. Auch der ukrainischen Mehrkampfstar Oleg Verniaiev (UKR) von der TG Saar unterstrich, dass er seine beiden operativen Eingriffe gut hinter sich gelassen hat. Lange Zeit war der 25-Jährige im Medaillenkampf mit dabei, ein Sturz Reck (11,500/D:5,6) lies aber auch zwei Geräte vor dem Ende seine Titelträume in sich zusammenfallen. Am Ende reichten seine 81,564 Punkte noch für Rang 14.

Neben Verniaiev und den beiden Deutschen waren noch weitere Turner unter den besten 24 der Welt am Start. Zum Beispiel James Hall (GBR/TSV Monheim), der mit 84,298 Punkten achter wurde und damit ein breites DTL-Feld anführte. Einen Platz dahinter landete der Armenier Artur Davtyan (KTV Obere Lahn/83,140), der Marios Georgiou (CYP/82,032) vom SC Cottbus auf Rang 10 verwies. Der Spanier Nestor Abad vom TV Schwäbisch Gmünd-Wetzgau (81,965) wurde Elfter. Auf Rang 15 ordnete sich Ahmet Önder (TUR/Siegerländer KV/81,563) ein, der Schweizer Pablo Braegger vom Zweitligisten TSV Buttenwiesen wurde mit 79,032 Punkten 21.

Alle Ergebnisse im Detail finden sich hier.
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1. Bundesliga Männer

VereinWKGPDiffPkt
1KTV Straubenhardt332:4+286:0
2TG Saar328:8+206:0
3TV Schwäbisch Gmünd-Wetzgau323:13+104:2
4SC Cottbus314:22-84:2
5Siegerländer KV312:24-122:4
6TSV Pfuhl39:27-182:4
7TuS Vinnhorst317:19-20:6
8StTV Singen39:27-180:6

1. Bundesliga Frauen

MannschaftPktGPZ
1.MTV Stuttgart28:0404,50
2.TG Karlsruhe-Söllingen22:6387,25
3.TSV Tittmoning20:8381,95
4.SSV Ulm14:14373,00
5.TG Mannheim14:14369,80
6.TZ DSHS Köln8:20358,20
7.KTG Hannover6:22360,95
8.TSG Steglitz0:28314,40