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Doping: Oleg Verniaiev für vier Jahre gesperrt

Mehrkampfstar Oleg Verniaiev ist vom Schiedsgericht (GEF) des Internationalen Turnverbands (FIG) wegen Dopings für vier Jahre gesperrt worden. Das teilte der Ukrainer am Montag selbst via Facebook mit. «Es gibt Situationen im Leben, die Dich auf Deine Stärke zu testen scheinen. Genau das ist jetzt die Situation in meinem Leben. Das Schiedsverfahren ergab, dass die in meinem Körper gefundene Konzentration an Meldonium ausreicht, um mich für vier Jahre zu sperren, beginnend mit dem letztem November. Das bedeutet, dass ich nicht zu den Olympischen Spielen fahren werde», schreibt der 27-Jährige dort. In der vergangenen Saison bestritt er zwischen dem 3. und 17. Oktober auch drei Wettkämpfe für den Meister TG Saar und sammelte dabei 60 Scorepunkte. Eine offizielle Stellungnahme des Internationalen Turnverbands, der den Sportler bereits seit November auf seiner Homepage als «vorübergehend gesperrt» führte, steht weiter aus. In der aktuellen Auflistung ukrainischer Turner findet sich der Olympiasieger am Barren von 2016 mittlerweile allerdings nicht mehr.

Oleg Verniaiev wurde vom Schiedsgericht wegen Dopings für vier Jahre gesperrt.

Die bei Verniaiev nachgewiesene Substanz Meldonium wurde laut dem Institut für Biochemie der Sporthochschule Köln «in Osteuropa weitläufig im Sport missbraucht». Die illustre Reihe der überführten Nutzer ist aufgrund der großen Verbeitung und relativ einfach Nachweisbarkeit lang. Die bekanntesten sind Tennis-Star Maria Sharapova (Russland), die Biathletin Olga Abramova (Ukraine) Biathlon, Radrennfahrer Eduard Vorganov oder Eiskunstläuferin Jekaterina Bobrova (beide ebenfalls Russland).

Der Wirkstoff Meldonium ist in Deutschland nicht als Arzneimittel zugelassen. In den baltischen Staaten und Russland wird er dagegen laut Apotheker-Zeitung unter dem Namen Mildronate® vertrieben. Darüber hinaus gibt es rund zehn Pharmahersteller, die Meldonium-Generika vermarkten, vor allem in der Ukraine. «Es ist zu vermuten, dass Athleten auf die Substanz zurückgreifen, um mögliche Effekte hinsichtlich einer verbesseren Sauerstoffverwertung und physischen Leistungsfähigkeit auszunutzen», heißt es bei der Sporthochschule Köln weiter.

Da das Ergebnis eines Monitoring-Programms der Welt-Antidoping-Agentur (WADA) aus dem Jahr 2014 nahelegte, dass die Anwendung überwiegend aus nicht medizinischen Gründen, sondern zur Leistungssteigerung erfolgte, entschied sie Meldonium ab 1. Januar 2016 für den Sport zu verbieten. Die Einordung der Substanz erfolgte in die Gruppe S4, «Hormone und metabolische Modulatoren». Eine weitere Studie zeigte zudem auf, dass Meldonium bis zu 65 Tagen (einfache Dosierung) bzw. bis zu 117 Tagen (mehrfache Dosierung) nachweisbar war.

Katerstimmung bei Oleg Verniaiev. Berufung vor dem Sportgerichtshof?

Verniaiev hat nach eigenen Angaben keine Ahnung, wieso sein Test positiv ausfiel. Für ihn blieben nach dem Schiedsgerichtsverfahren noch viele Fragen offen. «Die wichtigste Frage ist, wie die illegale Droge in meinen Körper gelangt ist. Warum geschah dies in einer Phase, als es keine ernsthaften internationalen Wettkämpfe gab und nur leichtes Training abgehalten wurde? Warum war nur ein Test positiv und keiner von fast einem Dutzend Folgetests, die das Vorhandensein einer verbotenen Substanz bestätigten?», erklärt er auf Facebook weiter.

Überzeugt von seiner Unschuld will Verniaiev vor dem Internationalen Sportgerichtshof (CAS) im schweizerischen Lausanne Berufung einlegen. «Ein positiver Test zeigt nur das Vorhandensein einer verbotenen Substanz im Körper an. Er stellt jedoch keinen Fehler des Athleten dar. Wenn der Athlet sicher ist, dass er nicht schuld ist, sollte er nicht aufgeben», findet der Ukrainer. Dieser Kampf fange gerade erst an. «Es ist der nächste Abschnitt meines Lebens und wie immer werde ich bis zum Ende kämpfen», betonte er.

13. Juli 2021
von Nils B. Bohl

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