TURNTEAM DEUTSCHLAND
Hirsch verlässt die Brücke

Bundestrainer Andreas Hirsch beendet nach 29 Jahren seine Tätigkeit im Deutschen Turner-Bund und wechselt zum 1. Mai zur Bundespolizei. Der 61-jährige Berliner wird bei der Bundespolizeisportschule Kienbaum mit Sitz am Olympischen und Paralympischen Trainingszentrum (KOPT) in Kienbaum als Zivilangestellter Trainer die Ausbildung der Spitzenturner und angehenden Bundespolizisten sportartspezifisch begleiten. Neben den Aufgabenstellungen der Bundespolizei wird er auch weiterhin flankierend der Vorbereitung der Olympischen Spiele in Tokio 2021 dem DTB im Einvernehmen mit der Bundespolizei zur Verfügung stehen. 

Bundestrainer Andreas Hirsch hört auf
Männer-Bundestrainer Andreas Hirsch verlässt die Manege.

Die Umorientierung in der verantwortlichen Trainerbesetzung war geplant, die Verlegung der Olympischen Spiele in das Jahr 2021 hat den Prozess beschleunigt. Der DTB wird die Position des Cheftrainers mit dem Ziel einer kurzfristigen Neubesetzung ausschreiben, um die Kontinuität der Vorbereitung der Olympischen Spiele im kommenden Jahr zu gewährleisten.

«Ich freue mich auf die neue Herausforderung bei der Bundespolizei, die mir auch die Möglichkeit eröffnet, meine Erfahrungen für einen reibungslosen Übergang mit einzubringen. In erster Linie danke ich meiner Frau, sie hat mich immer mit all ihrer Kraft unterstützt. Ich möchte mich bei den Turnern, meinen Trainerkollegen- und dem Betreuerteam bedanken. Nur mit einem Team gelangte das deutsche Männerturnen zu zahlreichen Medaillengewinnen», sagte Hirsch.

«Mit der Verstärkung unseres sportartspezifischen Trainerteams wird die Qualität des ausbildungsbegleitenden Trainings unserer Bundespolizisten weiter professionalisiert. Die Duale Karriere bei der Bundespolizei ist ein wichtiger Eckpfeiler im deutschen Spitzensport», erklärte der Leiter der Bundespolizeisportschule Jochen Maron.

Hirsch war seit 2002 als Männer-Cheftrainer der DTB-Turner äußerst erfolgreich tätig. Unter seiner Leitung erlebte das deutsche Männer-Turnen einen ungeahnten Aufschwung, der mit der erreichten Olympiaqualifikation bei der Turn-WM in Anaheim 2003 begann und mit dem Olympiagold von Fabian Hambüchen am Reck in Rio 2016 einen besonderen Höhepunkt fand. Vor allem die Entwicklung der mannschaftlichen Stärke stand für Andreas Hirsch neben der Ausbildung von überragenden Einzel-Könnern wie Matthias Fahrig, Philipp Boy, Marcel Nguyen und Fabian Hambüchen im Fokus der Anstrengungen. Unter seiner Regie gewann die deutsche Männer-Riege bei der Heim-WM in Stuttgart sensationell die Bronzemedaille im Teamwettbewerb, 2008 bei den Spielen in Peking landete man auf Rang vier. 2010 wurde die deutsche Mannschaft in Birmingham sogar Europameister und erturnte bei der WM in Rotterdam später erneut Rang drei. Insgesamt fünf olympische Einzel-Medaillen konnten in der Ära von Andreas Hirsch für den DTB im Männerturnen verbucht werden.

«Ich bin dankbar, dass wir mit unseren Partnern bei der Bundespolizei unserem bisherigen Cheftrainer eine neue beruflichen Perspektive eröffnen konnten. Darüber hinaus können wird den Turnern ein besonders attraktives berufliches Angebot unterbreiten. Der langjährigen und überaus erfolgreichen Trainerkarriere von Andreas Hirsch zolle ich meinen allerhöchsten Respekt», betonte DTB-Sportdirektor Wolfgang Willam in einer ersten Reaktion.

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