TURNEN | OLYMPIAQUALIKATION
Kevric entscheidet das Olympiaduell für sich
Zieht man die Ergebnisse der letzten Weltmeisterschaften in Antwerpen heran, hätte Kevric mit ihrer Punktzahl aus der zweiten Qualifikation die erhoffte Bronzemedaille im Gegensatz zu Seitz tatsächlich mit nach Hause gebracht. Die Europameisterin von 2022 dagegen wäre im Finale an ihrem Paradegerät auf Rang fünf über die Ziellinie gegangen. Für die 30-Jährige bedeutet dies, dass sie sich mit großer Wahrscheinlichkeit als Ersatzturnerin für die Spiele Paris fit halten muss. «Helen hat heute wahnsinnig gut geturnt und wirklich Nervenstärke gezeigt», zollte Seitz der Konkurrentin ihren Respekt», sagte sie, machte aber aus ihrer Enttäuschung über die verpasste vierte Olympiateilnahme keinen Hehl.
Für Kevric spricht zudem das stabile Mehrkampfergebnis von 55,500 und 55,532 Punkten in den beiden Qualifikationen. Die geforderte Medaillennähe unterstrich sie auch hier. Zur Bronzemedaille hätten der Stuttgarterin in Antwerpen allerdings noch acht Zehntelpunkte gefehlt.
Mit ein wenig mehr Sorge dürfte Bundestrainer Gerben Wiersma dagegen in Richtung seiner anderen beiden, bereits qualifizierten Olympiastarterinnen geschaut haben. Pauline Schäfer-Betz musste an ihrem Paradegerät Schwebebalken einen Sturz wegstecken. Die Weltmeisterin von 2017 kam so über 12,366 Punkte nicht hinaus. Bei den letzten Weltmeisterschaften hätte das für einen Platz im Finale nicht gereicht. Sarah Voss vom Bundesligisten TZ DSHS Köln war bei der zweiten Olympia-Qualifikation wegen einer Erkrankung gar nicht erst angetreten.