Bundesliga | MÄNNER
Straubenhardt will mit Vollgas um Platz drei turnen

Im Streit mit dem TV Schwäbisch Gmünd-Wetzgau auf der richtigen Seite zu stehen, davon ist Gladow nach wie vor überzeugt. Davon hatte ihn auch nicht der zwischenzeitliche Punktabzug abbringen können. «Ich war mir sicher, dass wir das noch gedeichselt kriegen», sagte er. Der Weg, der nun beschritten wurde, sei sicher der einfachste Weg für die DTL gewesen. «Wir hätten ja auch nichts gesagt, wenn es von Anfang an so gewesen wäre», betont er. Einfluss auf die sportliche Leistung und den Kampf um den Titel hätten die Störgeräusche im Ligabetrieb aber absolut nicht gehabt. «Dass wir das große Finale nicht erreicht haben, lag leider an uns. Wir haben einfach ein halbes Gerät zuviel abgegeben. Das kleine Finale, das wir letztendlich jetzt erreicht haben, war allerdings von Anfang an unser erklärtes Ziel gewesen», sagte Gladow.

Den Spass am Turnen sieht er ab sofort wieder im Vordergrund: «Wir geben jetzt einfach Vollgas und versuchen das Ding zu holen. Und im kommenden Jahr stehen wir dann hoffentlich in der anderen Hälfte des Finales. Aus diesem Jahr haben wir das Beste herausgeholt», sagte er. Dass die Schwarzwälder im Kampf um Platz drei nun ausgerechnet gegen Wetzgau antreten müssen, sieht Gladow nicht als Problem. «Ich bin niemanden böse. Am Ende ist eine gerechte Lösung gefunden worden. Ich bin Mitglied der Turnerfamilie. Und die Familie ist so klein, dass man da gar keine Zeit hat, sich irgendwelche Gegner zu schaffen. Ich persönlich hatte noch wie welche und will auch keine haben. Ich will einen fairen Wettkampf turnen und hinterher schauen, wer der Beste ist», stimmte er friedliche Töne an.

Weiter ausfallen wird nach seiner Coronaerkrankung Dario Sissakis. «Der ist auch nicht zu ersetzen», findet Gladow, der somit am Samstag mit dem gleichen Kader wie vergangenes Wochenende beim TSV Pfuhl auskommen muss. «Marcel Nguyen wird vielleicht zusätzlich auch am Barren starten können. Letztendlich bringt das aber nicht so viel, weil er schauen muss, was überhaupt möglich ist. Mehr als ein kleinerer Ausgangswert ist aber derzeit nicht möglich», räumt Gladow ein.

Immerhin stehen den Schwarzwäldern auch der Kanadier Félix Dolci und der Ukrainer Illia Kovtun zur Verfügung. «Es wird derjenige gewinnen, der weniger Fehler macht. Aber es wird schwieriger als gegen Pfuhl», erwartet Gladow. An den meisten Geräten müsse sich sein Team im direkten Vergleich auch nicht verstecken. «An den Ringen aber sind wir deutlich schwächer und das ist unser letztes Gerät. Bis dahin müssen wir zumindest ein kleines Polster haben, sonst wird es ganz schwer», ist er überzeugt.

01. Dezember 2022
von Nils B. Bohl

Zurück